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Freitag, 4. Mai 2012

Vorbericht: SV Sandhausen - FC Heidenheim / Die große Aufstiegsfeier am Hardtwald

"Wir stehen schon sehr lange ganz oben, jetzt wollen wir auch als Erster über die Ziellinie schreiten", so lautete Gerd Dais' Zielsetzung für das letzte Spiel der Saison. Der FC Heidenheim wird an diesem Samstag zu Gast am Hardtwald sein. Die Heidenheimer haben noch eine Minimalchance über die Relegation den Sandhäusern und den Aalenern in die 2. Bundesliga zu folgen. Dazu wäre ein hoher Sieg in Sandhausen aber Pflicht, denn den begehrten Relegationsplatz belegt zur Zeit Regensburg, die drei Punkte Vorsprung haben und ein besseres Torverhältnis als die Schwaben aufweisen.
Trotzdem ist die Chance für die Mannschaft von der Ostalb da und so ist die nicht mehr für möglich gehaltene Spannung im letzten Saisonspiel garantiert: Sandhausen will die Drittliga-Meisterschaft holen, Heidenheim hat noch eine Chance auf die Relegation. Dem Rahmen des Spiels angemessen, wird die bekannteste Schiedsrichterin Deutschlands, Bibiana Steinhaus, die Partie leiten.

Als man beim FC Heidenheim in der Winterpause merkte, dass die 3. Liga in dieser Saison sehr ausgeglichen ist und somit es wahrscheinlich nie einfacher war ins Unterhaus aufzusteigen, wurde sofort auf dem Transfermarkt zugeschlagen und der Aufstieg in Liga 2 als Ziel ausgerufen. Große Namen wurden da präsentiert, wie Michael Thurk und Patrick Mayer, so dass sich viele Kenner der Szene einige waren: Der erst vor drei Jahren aus der Viertklassigkeit gekommene FC Heidenheim wird sein Ziel erreichen und nach nur kurzem Aufenthalt die 3. Liga wieder hinter sich lassen. Dass dem wahrscheinlich nicht so ist, lasten einige Heidenheimer Fans ihrem Trainer Frank Schmidt an. Er würde "die Mannschaft nicht mehr richtig erreichen".
Doch die Mannen von der Ostalb haben sich noch nicht aufgeben und hoffen auf das Wunder. "Wir glauben auf jeden Fall dran, denn es ist im Fußball nichts ausgeschlossen", so Leistungsträger Marc Schnatterer, der schon bei einigen Zweitligisten im Gespräch ist.

Beim SV Sandhausen dagegen hat man bekanntlich seit zwei Wochen den Aufstieg in der Tasche. Jetzt soll das "i-Tüpfelchen" (Otmar Schork) auf die erfolgreiche Saison gesetzt werden. "Wir wollen den Fans einen tollen Saisonabschluss bieten", so Otmar Schork. Gerd Dais trauerte auch nicht mehr der vertanen Chance und dem strittigen Tor in Osnabrück nach, denn "der Blick geht ganz klar zum nächsten Spiel".
Für dieses letzte, entscheidende Spiel kann Trainer Gerd Dais fast aus dem vollen schöpfen, nur Regis Dorn, der sich beim Pokalspiel einen Muskelfaserriss zuzog, und der Langzeitverletzte, Sören Halfar, fallen aus. Torwart-Routinier und Fan-Liebling Daniel Ischdonat hat seine Verletzung auskuriert und wird am Samstag wieder zwischen den Pfosten stehen. Schon vor dem Spiel ließ Dais verlauten, dass es außer der Rückkehr von Ischdonat "keine Änderungen bezüglich der Aufstellung geben wird".

Neben dem spannenden Spiel wird den 5000 Zuschauern, die im Hardtwaldstadion erwartet werden, noch so vieles mehr geboten - es steht einiges auf dem Programm:
Beim Einflauf der Mannschaften sollen 3000 schwarze und weiße Luftballons in den Himmel steigen.
In der Halbzeitpause werden dann die Gewinner des Maimarkt-Gewinnspiels bekanntgeben. 
Nach dem Spiel geht es schließlich Schlag auf Schlag:
Falls Sandhausen den ersten Platz in der 3. Liga verteidigt und die Meisterschaft holt, wird gegen 15:20 Uhr die funkelnde Drittliga-Trophäe durch den DFB überreicht und ein offizielles Mannschaftsfoto geschossen.
Danach wird dann der beste Torschütze des SVS geehrt. Diese Ehrung wird wahrscheinlich Kapitän Frank Löning zuteil werden, denn er führt im Moment mit seinen 13 Treffern die Wertung vor seinem Mannschaftskollegen David Ulm an, der 10 Saisontore auf dem Konto hat.
Ungefähr eine halbe Stunde nach Spielende werden dann die Tore zum Spielfeld geöffnet und die Fans dürfen auf dem Rasen mit ihrer Mannschaft feiern.
Apropos Rasen: Geschäftsführer Otmar Schork hat sich etwas ganz besonderes für die Fans einfallen lassen. Da das Spielfeld ab dem kommenden Montag, wegen dem Einbau einer Rasenheizung, sowieso zu einer Baustelle umfunktioniert wird, dürfen sich die Fans ein Stück des Aufstiegsrasens abschneiden und mit nach Hause nehmen.
Ab 16 Uhr geht es im Biergarten vor dem Stadion weiter. Die Brauerei Hoepfner und der SVS lassen für ihre Fans 1000 Liter Freibier fließen, womit auch die durstigste Kehle gestillt werden sollte. Ab 17 Uhr spielt die Uwe-Janssen-Band, bevor um 18 Uhr die ganze Mannschaft nochmal auf der Bühne erscheint.
Der Feiermarathon wird um 21:30 Uhr mit einem Feuerwerk abgerundet werden.

Egal ob Drittliga-Meisterschaft oder nicht - es dürfte für alle Beteiligten ein unvergesslicher Tag werden...




Montag, 30. April 2012

Ulm und Schulz vor Vertragsverlängerung - für Pinto sieht es sehr schlecht aus

Quelle: svs1916.de
Die Vertragsverlängerungen von Daniel Schulz und David Ulm stehen kurz vor dem Abschluss und sollen noch diese Woche vollzogen werden. Somit sind die beiden Aufstiegshelden auch in Liga 2 für den SV Sandhausen am Ball.

Dagegen sieht es bezüglich Roberto Pinto schlecht aus. Trotz dem klaren Votum der Fans für eine Verlängerung von Pintos Vertrag beim SVS, sieht es aktuell danach aus, dass mit dem 33-jährigen Routinier nicht verlängert wird. Dies würde die Fans sehr erzürnen, denn nach Alf Mintzel würde wieder ein Publikumsliebling, der alles für den Verein gegeben hat, vor die Tür gesetzt werden.

Noch ist es natürlich nicht offiziell, aber ich kann die Entscheidung der Verantwortlichen überhaupt nicht nachvollziehen. Roberto hat vor allem in der Rückrunde herausragende Leistungen gezeigt und war maßgeblich am Aufstieg beteiligt. Gerade die Erfahrung dieses "alten Hasen" wäre doch in einem ERSTEN ZWEITLIGAJAHR von enormer Bedeutung, oder ?



Liebe Verantwortlichen, überlegen Sie sich bitte was dieser Schritt für Folgen hätte: Sie würden den Fans eine Identifikationsfigur nehmen. Roberto hat dem Verein immer die Treue gehalten und alles für ihn gegeben, nun lasst ihm bitte den Respekt zu Teil kommen, den er verdient. Alles andere wäre unwürdig...



Sonntag, 25. März 2012

31. Spieltag: SV Sandhausen - SV Babelsberg 03 24.03.12 | 4:0

Noch lange nach Spielende feierten Fans und Spieler zusammen. Die Mannschaft des SV Sandhausen hat die Aufgabe gegen die "Nulldreier" aus Potsdam souverän gelöst und thront nun wieder vor dem VFR Aalen an der Tabellenspitze der 3. Liga. Nach der ersten Halbzeit war sich das Sandhäuser Publikum noch nicht sicher, ob die eigene Mannschaft wirklich zum Torerfolg und damit zu den drei wichtigen Punkten gegen die abstiegsbedrohten Babelsberger kommen würde, denn viele Angriffe wurden nicht konsequent zu Ende gespielt. Doch Gerd Dais hatte in der Kabine anscheinend wieder ganze Arbeit geleistet. Nach der Halbzeitpause legten die Schwarz-Weißen los wie die Feuerwehr und rannten Babelsberg in Grund und Boden. So hätten die Sandhäuser auch noch mehr als vier Tore erzielen können, hätten sie ihre Chancen konsequenter genutzt.
Die Belohnung für diese fulminante zweite Hälfte gab es direkt nach dem Spiel: Aalen, Burghausen und Erfurt ließen allesamt Punkte liegen und Regensburg verlor sogar. Dies heißt für den SVS, dass man nun wieder die Tabellenführung übernommen und weiterhin 6 Punkte Vorsprung auf den Dritten aus Chemnitz hat. Außerdem wurde der Abstand zu Platz Vier auf 8 Punkte vergrößert.


Vor dem Spiel:


Hier können Sie den Vorbericht zum Spiel lesen

Schon beim Aufwärmen wurde klar: Daniel Ischdonat würde an diesem Tag nicht spielen können. Der 35-jährige Schlussmann der Sandhäuser hatte sich am vergangenen Samstag in Erfurt eine Knöchelverletzung zugezogen. So kam der 19-jährige Philip Kühn, der im Sommer von Rot-Weiß Ahlen an den Hardtwald gekommen war, zu seinem Startelfdebüt für den SVS. Bisher war er nur einmal in dieser Saison zum Einsatz gekommen, als er nach 30 Minuten in Jena eingewechselt wurde.
Nachdem Jan-Andre Sievers seit dem 8. Spieltag dieser Saison nicht mehr eingesetzt wurde, gab Trainer Gerd Dais ihm, in den beiden Spielen gegen Jena und Erfurt, die Chance sich zu beweisen. Offensichtlich hatte er Dais nicht wirklich überzeugt, zumindest wurde er für das Spiel gegen Babelsberg wieder aus der Startelf genommen. Für ihn spielte Marcel Kandziora auf der Verteidigerposition. Da Kandziora zuvor im rechten Mittelfeld agierte, nahm Roberto Pinto dessen Position ein.

Zum Spiel:


Beide Mannschaften begannen sehr engagiert. Als sich nach ca. zehn Minuten eine Überlegenheit der Sandhäuser abzeichnete, zogen sich die Babelsberger etwas zurück und lauerten jetzt auf individuelle Fehler bzw. Lücken in der Sandhäuser Defensive. Ein solcher Fehler unterlief dem Sandhäuser Abwehrhühnen Daniel Schulz, der seinen Rückpass nicht präzise genug spielte, so dass der Babelsberger Hebisch beinahe an den Ball gekommen wäre. Philip Kühn war jedoch hellwach. Den Sandhäuser Spielern war sehr deutlich anzusehen, dass sie sich in diesem Spiel für die Niederlage gegen Erfurt revanchieren wollten. So zeigten sie vor allem das, was Gerd Dais auf der Pressekonferenz bemängelt hatte - sie kämpften um jeden Ball und hatten eine hohes Laufpensum.
Nach einer Viertelstunde wäre dann dem Sandhäuser Goalgetter und Kapitän Frank Löning beinahe die Führung gelungen. Der starke Nico Klotz hatte von der linken Seite in den Strafraum geflankt, wo Löning sehr frei zum Abschluss kam, doch Babelsberg-Keeper Marian Unger fischte den Ball noch mit einem überragenden Reflex von der Linie.
Der SVS spielte in der Folge weiter munter nach vorne, brachte die Angriffe aber oftmals nicht zu Ende, so dass im Abschluss nicht viel Zwingendes herauskam. Nach einer halben Stunde ging dann Tim Danneberg im Strafraum zu Boden und forderte Elfmeter, Schiedsrichter Thomas Stein ließ sich jedoch nicht beirren und gab diesen richtigerweise nicht. Auf der Gegenseite gab es dann auch mal wieder eine Chance für die auf Konter lauernden "Nulldreier". Makarenko kam vor Schauerte an den Ball, doch Philip Kühn war rechtzeitig zur Stelle. Auch bei einer Ecke kurze vor der Halbzeitpause musste Kühn das Tor für die Gäste verhindern.
Dann war Halbzeit in Sandhausen. Es musste etwas passieren, wenn der SVS gewinnen wollte, denn das Angriffsspiel war einfach nicht konsequent genug vorgetragen.


Gerd Dais hatte in der Kabine anscheinend die richtigen Anweisungen gegeben, denn die Sandhäuser zündeten den Turbo, gingen noch besser in die Zweikämpfe, spielten noch schneller nach vorne und zeigten jetzt auch jene, mehrfach als fehlend erwähnte Konsequenz im Abschluss. Danneberg verpasste es kurz nach Wiederanpfiff das Überzahlspiel zu nutzen, denn er hätte einfach nur auf den mitgelaufenen Nico Klotz ablegen müssen, der dann das freie Tor vor Augen gehabt hätte. Danach war dann ein David Ulm zu sehen, der drei, vier Gegenspieler austanzte, mit seinem Schuss jedoch knapp das Tor verfehlte. Man sah nun jedoch wirklich deutlich den Unterschied zwischen beiden Mannschaften, man sah, dass es das Duell zwischen einem Aufstiegs- und einem Abstiegsaspirant war. Es waren erst sieben Minuten in Halbzeit Zwei gespielt, als Roberto Pinto einen Freistoß aus halbrechter Position in den Strafraum spielte, wo der am Kopf verletzten Pischorn mit seinem Verband die hochverdiente Führung für die Hausherren erzielte.
Es ging weiter nur in eine Richtung und die Babelsberger Abwehr verlor zusehends die Ordnung. So kam das zweite Tor durch Nico Klotz auch nicht sehr überraschend. Tim Danneberg und Torschütze Klotz überliefen die Babelsberg Verteidigung, so dass Danneberg diesmal alles richtig machte, indem er auf Klotz ablegte. Dieser musste dann nur noch ins freie Tor einschieben.
Doch damit war es noch nicht vorbei. Diesmal gab sich der SV Sandhausen nicht mit einer einfach Führung zufrieden und zog sich dann in die Defensive zurück - nein, heute wollte man sich den ganzen Frust der letzten Woche von der Seele schießen. Eine Minuten nach dem zweiten Tor folgte dann auch das dritte. Pinto spielte aus dem Mittelfeld einen Pass auf David Ulm in die Schnittstelle der Babelsberger Abwehr und Ulm schloss sehenswert per Heber über Torwart Unger ab.
Nur zehn Minuten nach dem 3:0, folgte dann sogleich das 4:0. Nach einem Eckball spielte Löning auf den Kopf von Pischorn. Pischorn sah jedoch, dass Jan Fießer freistand und passte diesem so, dass er nur noch den Fuß hinhalten musste.
An diesem Tag wollten es sogar die Reservespieler wissen, denn zehn Minuten vor Ende gab es fast das nächste Tor. Der eingewechselte Regis Dorn spielte per Zuckerpass auf den ebenfalls eingewechselten Danny Blum, der jedoch scheiterte alleinstehen am Torwart der Filmstädter.
Auch der dritte Einwechselspieler David Blacha durfte mal. Sein Schuss ging nur Zentimeter am langen Pfosten vorbei.
So gewinnt Der SV Sandhausen auch ohne seinen Stammtorhüter und Publikumsliebling Daniel Ischdonat hochverdient. Die Kurpfälzer waren über die gesamte Spielzeit die besser Mannschaft und zeigten dann in der zweiten Hälfte, dass sie zurecht dort oben stehen - durch diesen Sieg nun auch wieder ganz oben...


Kommentar:

Ein tolles Fußballfest an diesem Samstag. So konnte man sich zwar nach der ersten Halbzeit nicht sicher sein, ob die Mannschaft wirklich den Sieg einfahren würde, was sie dann aber in der zweiten Halbzeit abgeliefert hat, war auf besserem Zweitliganiveau. Die Babelsberger Abwehr konnte einem richtig leid tun, denn sie hatte wirklich lange gut gestanden und dagegengehalten, doch spätestens nach dem zweiten Tor sah man richtig, wie sie nach und nach auseinander fiel. Während und nach dem Spiel herrschte eine tollte Stimmung im Stadion, denn trotz der gewohnt wenigen, etwas mehr als 2.000 Zuschauer, standen diese bedingungslos als 12. Mann hinter ihrer Mannschaft und feierten die Spieler frenetisch.
Am Samstag muss der SVS nach Burghausen. Bei einem Sieg gegen die Bayern, die sich aktuell auf einem vierten Rang befinden, könnte man diese auf 11 Punkte distanzieren und außerdem die Tabellenführung festigen. Das dies nicht einfach wird ist klar, aber mit der Unterstützung der Fans in diesen fremden Gefilden wird das schon funktionieren.



SV Sandhausen: Kühn - Schauerte, Pischorn, Schulz, Kandziora - Fießer - Pinto (71. Blum), Danneberg, Ulm (79. Blacha), Klotz - Löning (78. Dorn)
SV Babelsberg 03: Unger - Kühne, Hebib, Morack, Rudolph - Prochnow, Evljuskin (61. Müller) - Makarenko, Stroh-Engel, Groß (61. Hartmann) - Hebisch (75. Kauffmann)
Gelbe Karten: Evljuskin, Kühne
Tore: 1:0 Pischorn (51.) 2:0 Klotz (65.) 3:0 Ulm (66.) 4:0 Fießer (76.) 
Zuschauer: 2100
Schiedsrichter: Stein (Homburg am Main)

Sonntag, 26. Februar 2012

27. Spieltag: SV Sandhausen - Rot-Weiß Oberhausen 25.02.12 | 2:1

In einem spielerisch nicht sehr anspruchsvollen Spiel kommt der SV Sandhausen zu einem mühsamen 2:1-Heimerfolg. Vor allem nach dem Führungstor produzierte man in der 1. Halbzeit immer wieder individuelle Fehler, auch der zwischenzeitliche Ausgleich war die Folge eines kapitalen Abwehrschnitzers von Marcel Busch. In der 2. Halbzeit machten die Schwarz-Weißen dann einiges besser und erzielten schließlich auch den Siegtreffer. Spieler des Spiels ist eindeutig der ehemalige Dortmunder Marcel Kandziora, der nur wegen der Verletzung des eigentlich gesetzten Danny Blum spielen durfte und für den SVS beide Treffer erzielte. Da die Partie zwischen Saarbrücken und Aalen abgesagt wurde, setzten sich die Sandhäuser oben ab, bei jedoch einem Spiel mehr als die Konkurrenz.

Als Tabellenachzehnter kam Rot-Weiß Oberhausen an den Hardtwald. Nachdem Theo Schneider im Oktober wegen anhaltender Erfolgslosigkeit und akuter Abstiegsgefahr entlassen wurde, übernahm Mario Basler das Traineramt, doch auch er konnte den freien Fall des ehemaligen Bundesligisten nicht stoppen. Trotzdem reisten die Oberhausener relativ optimistisch zum Ligaprimus SV Sandhausen, denn laut Basler habe man ja "nichts zu verlieren", was der Tatsache entspricht, denn außer dem von außen betrachtet ungleichen Duell gibt es da noch die großen Personalsorgen der Oberhausener, bei denen gleich acht Spieler ausfielen.

Beim SV Sandhausen war man nach dem 0:4 in Wiesbaden in Hochstimmung. Torjäger Löning, der seit Oktober nicht mehr getroffen hatte, meldete sich in Wiesbaden eindrucksvoll mit drei Treffern zurück und auch was die Tabelle anging war man wieder ganz oben. Trotzdem nahm man den Gegner aus dem Ruhrgebiet nicht auf die leichte Schulter, immerhin hatte es in der Hinrunde eine 4:1-Klatsche in Oberhausen gesetzt und auch damals schon stand Oberhausen ganz unten in der Tabelle. Man war also gewarnt und allen Verantwortlichen war klar, dass dies kein einfaches Spiel werden würde.
Bezüglich der Aufstellung musste Gerd Dais nur eine Änderung vornehmen: Für den verletzten Blum spielte Marcel Kandziora auf der linken Außenbahn.

Die Sandhäuser erwischten den bessern Start und es war schnell zu erkennen, dass man hier auf Revanche für die herbe Hinspielpleite aus war. So hatte nach einer Hereingabe von Busch Löning nach fünf Minuten die Riesenchance zur Führung, doch er vergab freistehend, ungestört und aus kurzer Distanz - den hätte er machen müssen. Auch nach einer Viertelstunde der SVS weiterhin die besser Mannschaft und mit der nächsten hundertprozentigen Chance durch Löning, der nach Zuspiel von Klotz den Ball knapp am langen Pfosten vorbeischob. Auch wenn er zwei sehr gute Möglichkeiten zur Führung ausgelassen hatte, machte Löning ein sehr gutes Spiel. So leitete er dann auch die Führung ein, indem er sich gegen mehrere Gegenspieler durchsetzte und dann in den Strafraum auf Danneberg spielte. Danneberg legte rüber auf den ankommenden Kandziora, der RWO-Keeper Melka keine Chance ließ. Danach ruhte sich der SVS auf seiner Führung aus und nahm vor allem im Angriffsspiel zusehend Tempo raus.
Den bis dahin kein einziges Mal in der Offensive gefährlichen Oberhausenern gelang so nach einem riesen Abwehrbock von Marcel Busch, dessen verunglückte Kopfballabwehr Torunarigha dankend als Geschenk annimmt und den Ball durch Ischdonats Beine ins Tor schießt, der Ausgleich nach einer halben Stunde.
Die Sandhäuser wirkten in der Folge stark verunsichert. So wurden vor allem im Aufbauspiel immer wieder gravierende Fehlpässe gespielt. Die einzige nennenswerte Chance vor der Pause hatte dann noch Julian Schauerte durch einen Freistoß aus ähnlicher Position, die in Bielefeld zu einem Treffer geführt hatte, doch diesmal wurde daraus nichts, der Ball segelte über das Tor.
So war SVS-Trainer Gerd Dais nach der ersten Hälfte sichtlich unzufrieden mit seiner Mannschaft.


Die Sandhäuser kamen wieder ein bisschen gefestigter aus der Kabine, doch auch in der 2. Hälfte blieb Torjäger Frank Löning, was den Abschluss betrifft, glücklos. Doch schon wie beim Führungstreffer bereitet er nach seiner eigenen vergebenen Chance das Tor vor. So schlägt Marco Pischorn vom eigenen Strafraum einen Ball über das ganze Spielfeld, den Löning per Kopfballverlängerung Kandziora vor die Füße spielt. Kandziora tunnelt Melka und bleibt ein zweites Mal Sieger gegen diesen - das 2:1 für die Gastgeber.
Mit der Entscheidung Kandziora für den verletzten Blum aufzubieten bewies Dais ein glückliches Händchen, der 22-jährige machte an diesem Tag sein bestes Spiel seit er in Sandhausen unter Vertrag steht.
Diesmal gaben die Sandhäuser das Spiel nicht wieder aus der Hand, da hatte wohl die Halbzeitsprache vom Trainer an den richtigen Punkten angesetzt. So zog man sich keinesfalls zurück, sondern spielte munter nach vorne, um die Führung eventuell noch auszubauen. Doch Löning blieb weiter glücklos, wieder hatte er freistehend eine sehr gute Gelegenheit zum Erhöhen, doch es sollte an diesem Tag einfach nicht sein. Von Oberhausen war in der 2. Halbzeit überhaupt nichts zu sehen, die einzige nennenswerte Chance resultierte nach einem Eckball, doch Daniel Ischdonat war zur Stelle. So blieb es beim 2:1-Sieg für die Hausherren, die natürlich weiter an der Tabellenspitze bleiben. Löning spielte sehr gut aber glücklos, Kandziora der Mann des Spiels.
Bei Oberhausen wird es im Tabellenkeller immer dunkler. Wegweisend wird hier das Abstiegsduell gegen den direkten Konkurrenten Jena am kommenden Samstag sein.
Für den SVS steht am Samstag das Spitzenspiel gegen den Dritten aus Regensburg an, dort wird sich zeigen wohin der Weg führt....

Kommentar:


Auch wenn unsere Mannschaft an diesem Tag nicht den besten Fußball gezeigt hat, so hat sie doch gewonnen und das ist die Hauptsache. Denn wenn man solche Spiele gewinnt, dann ist man eine richtige Spitzenmannschaft, gerade auf solche Spiele kommt es an. So hat sich die Mannschaft in der zweiten Halbzeit gefangen und das Spiel wieder in die richtige Richtung gelenkt.
Marcel Kandziora hat heute eine grandiose Leistung abgeliefert und Gerd Dais das Vertrauen für den Einsatz zurückgezahlt, ich bin jetzt mal gespannt, ob, wenn er wieder gesund ist, wieder in die Startelf rückt, oder ob Dais an Kandziora wegen dieser Leistung erstmal festhält.
Am nächsten Samstag steht dann das wichtige Spiel gegen Regensburg an. Die Mannschaft darf sich in diesem Spiel nicht so eine Schwächephase wie gegen Oberhausen erlauben, denn gegen eine Team wie Regensburg wird es nicht so leicht werden wieder zurückzukommen. Man darf also gespannt sein.




SV Sandhausen: Ischdonat - Busch, Pischorn, Schulz, Schauerte - Fießer - Klotz (80. Pinto), Danneberg (87. Kittner), Ulm (78. Glibo), Kandziora - Löning
RW Oberhausen: Melka - Gataric (38. Pappas), Willes, Schiller, Weigelt - Gyasi (70. Schliesing), Hasanbegovic, Scheelen - Brown Forbes, Dzaka - Torunarigha (79. Terranova)
Gelbe Karten: Schulz - Gataric, Schliesing
Tore: 1:0 Kandziora (18.) 1:1 Torunarigha (27.) 2:1 Kandziora (55.)
Zuschauer: 2100
Schiedsrichter: Gerach (Landau)



Montag, 20. Februar 2012

26. Spieltag: SV Wehen Wiesbaden - SV Sandhausen 18.02.12 | 0:4

In einem sehr einseitigen und unausgeglichenen Spiel gewinnt der SV Sandhausen in Wiesbaden mit 0:4. Die Sandhäuser gingen früh in Führung und kontrollierten über 90 Minuten die Partie gegen eine Wiesbadener Mannschaft, die vor allem in der Defensive katastrophale Schwächen offenbarte. Für die Gäste aus Sandhausen war es also ein perfekter Tag: Man schenkte dem Team von Peter Vollmann bei dessen Debut eine Packung ein, eroberte sich dank des nun besseren Torverhältnisses die Tabellenführung von Aalen zurück und beim Top-Torjäger und Kapitän Frank Löning ist der Knoten durch sein Dreierpack geplatzt. Dazu kommt, dass der Dritte aus Regensburg in Bielefeld Punkte liegen ließ.

In Wiesbaden ging es unter der Woche turbulent zu. Erst verlor man das Nachholspiel zu Hause mit 2:0 gegen Osnabrück, dann wurde Trainer Gino Lettieri nach zwei Jahren in der Landeshauptstadt Hessens entlassen. Nachfolger ist der aufstiegserfahrene Peter Vollmann, der 2002 mit Eintracht Braunschweig und 2011 mit Hansa Rostock in die 2. Bundesliga aufgestiegen ist. Diesmal gilt es jedoch bis zum Ende der Saison den Abstieg zu verhindern. Denn die Wiesbadener mussten ihre Ziele wegen der letzten Wochen und den damit verbundenen schlechten Leistungen der Mannschaft deutlich nach unten korrigieren. Vor der Saison sagten 16 von 20 Trainer der 3. Liga, dass Wiesbaden der Top-Favorit auf den Aufstieg sei und dies war vor der Saison auch noch das Ziel des Vereins, immerhin hatte man sich mit erfahrenen Erst- und Zweitligaspielern verstärkt. Auch zwei alte Bekannte spielen beim SVWW: Der langjährige Verteidiger und Publikumsliebling der Sandhäuser Alf Mintzel und Torhüter Michael Gurski. Gerade beim Debut des neuen Trainers standen die Zeichen jedoch schlecht, immerhin ging es gegen den Tabellenzweiten und Trainer Vollmann musste auf acht Spieler verzichten.

300 Sandhäuser Fans waren nach Wiesbaden gereist um ihre Mannschaft lautstark zu unterstützen. Diese hatten die Anfeuerung auch bitter nötig, immerhin verlor man in der vorigen Woche das Nachholspiel gegen den VFR Aalen, der dem SVS nicht nur drei Punkte, sondern auch noch die Tabellenführung abknüpfte. So war es an diesem Tag wichtig wieder in die Spur zu finden. Gerd Dais gab schon vor dem Spiel bekannt, dass er den Spielern vertrauen wird, die er auch schon gegen Aalen von Anfang an gebracht hat. Vor dem Spiel wurde dann bekannt, dass es doch eine Änderung gab: Für Kandziora sprang Marcel Busch als Außenverteidiger ein.Bieler. 


Der SV Sandhausen war von Beginn an die engagiertere Mannschaft. Gegen, vor allem in der Defensive, schlecht stehende und lustlose Wiesbadener kam man deswegen früh zu Chancen. So auch nach sieben Minuten, als Marco Pischorn einen Ball nach vorne schlägt, dieser vom Wiesbadener Bieler mit dem Kopf amateurhaft geklärt wird, so dass SVS-Kapitän Frank Löning den Ball per Volley für Gurski unhaltbar ins rechte Eck donnert - ein Tor mit *Tor des Monats*-Charakter. Endlich gelang dem immer sehr gut spielenden Frank Löning mal wieder ein Treffer, immerhin hatte er seit neun (!) Spielen nicht mehr getroffen.
Die Wiesbadener versuchten in der Folge ins Spiel zu finden und übernahmen etwas die Initiative. Es dauerte jedoch fast eine halbe Stunde, bis sich das Bemühen der Hessen wirklich in ansehnliche Torchancen verwandelte. Beim Schuss des Wiesbadeners Janjic bewies Torhüter Daniel Ischdonat seine ganze Klasse, denn diesen Ball hätte nicht jeder Torwart der 3. Liga in dieser Weltklasse-Manier aus dem Winkel gefischt. Zwar hatten die Wiesbadener noch zwei weitere Chancen, diese aber so wie die vor der Großchance durch Janjic eigentlich nicht erwähnenswert. Trotz der kleinen Wehener Drangphase, wenn man es so nennen mag,  spielte der SVS den besseren und reiferen Fußball. Vor allem beim eigenen Aufbau- und Offensivspiel hatte man alle Zeit der Welt und wurde nicht angegangen. So fiel dann auch zehn Minuten vor der Pause das zweite Tor für die Gäste. Danny Blum schlägt einen Ball in den Strafraum, David Ulm hat alle Zeit der Welt zu warten bis Marcel Busch angelaufen kommt, legt diesem dann den Ball vor und hört ihn dann zwei Sekunden später wieder an sich vorbei in Richtung Tor rauschen - das 0:2 durch Marcel Busch. Das war ein unglückliches Gegentor für den Ex-Sandhäuser Michael Gurski, denn der Schuss von Marcel Busch wurden noch vom eigenen Abwehrspieler abgefälscht, so dass Gurski - wie schon beim ersten Gegentor, keine Abwehrchance hatte. 
Die Wiesbadener wirkten nach diesem zweiten Gegentor nun etwas verunsichert, doch es kam noch schlimmer für sie. Kurz bevor Schiedsrichter Benjamin Cortus die Pfeife zum Halbzeitpfiff in den Mund nahm, rappelte es noch einmal im Kasten von Michael Gurski: Nach einem Eckball konnte keiner der Wiesbadener entscheidend klären, so dass der Ball, wie schon bei seinem ersten Tor, Frank Löning an der Strafraumgrenze vor die Füße rollte, und von diesem im linken Eck versenkt wird. Danach ging es in die Kabine, die Sandhäuser Fans skandierten etwas frühzeitig, aber wohl nicht abwegig: "Auswärtssieg, Auswärtssieg...", während die Wiesbadener Spieler mit hängenden Köpfen in die Kabine gingen, denn wie soll man denn einen 0:3-Pausenrückstand aufholen ? 

Nach der Pause das gleiche Bild: Sandhausen gewinnt die Zweikämpfe, Sandhausen mit Lufthoheit, Sandhausen mit schnellem Umschalten, Sandhausen mit schönem Offensivspiel - Sandhausen dominiert das Spiel. So bekam man gleich die erste Möglichkeit. Nach einem Eckball erzielte Marco Pischorn beinahe das 4. Tor, doch ein Wehener klärt für seinen geschlagenen Keeper auf der Linie. Doch das 4. Tor ließ tatsächlich nicht lange auf sich warten: So läuft Nico Klotz mit dem Ball von der Mittellinie bis in den Strafraum ohne in irgendeiner Weise bedrängt zu werden und legt dann auf den in der Mitte lauernden Löning ab, der den Dreierpack perfekt macht. Gerade bei diesem Tor verteidigte die Wiesbadener Hintermannschaft wie die eines Amateurclubs, wie sonst könnten zwei Spieler eine komplette Abwehr überwinden.
Weiter ging es über Nico Klotz, der noch einmal durchs komplette Mittelfeld marschierte und erst am guten Michael Gurski scheitert. Michael Gurski war der einzige Wiesbadener, der ansatzweise seine Form auf den Platz brachte an diesem Tag, was die Wiesbadener Fans, die im übrigen in der Pause ihren Banner abgehängt und den Support eingestellt hatten, mit ihrem "Außer Gurski könnt ihr alle gehn' "-Gesang ebenfalls zum Ausdruck brachten.
Sandhausen fuhr danach einen Gang runter, blieb jedoch stets offensiv gefährlich. So zeigte Danny Blum bei einem Freistoß aus 33 Metern seine überragende Schusstechnik, denn dieser Schuss hätte direkt im Winkel eingeschlagen, wäre Gurski nicht noch drangekommen. Bis zum Ende des Spiel verteidigten die Sandhäuser abgeklärt, sparten Kräfte und spielten das Spiel wie eine Spitzenmannschaft herunter. Es bleibt am Ende beim 0:4 für die Gäste aus Sandhausen, die sich dadurch die Tabellenführung vom VFR Aalen zurückholen, der zu Hause gegen Burghausen mit 2:0 gewann. Es war also ein Alptraum eines Debuts für Neu-Trainer Vollmann, doch auch dieser gab nach dem Spiel zu, dass der Sieg der Sandhäuser "in Ordnung gehe..". Gerd Dais bemängelte sogar, dass man "nicht noch ein paar Tore mehr..." erzielt hätte, trotzdem "kann man mit dem 0:4 sehr zufrieden sein..". Nach dem Spiel wurde dann noch mit den Fans gefeiert. Ein rundum perfekter Tag für den SV Sandhausen.



Kommentar:

Besser als in diesem Spiel geht es eigentlich nicht. Wir haben uns, die Spieler wie die Fans, in Wiesbaden eindeutig als zweitligareif verkauft, die Tabellenführung wieder übernommen und den Vorsprung auf Rang drei und vier vergrößert. Wiesbaden hatte nicht den Hauch einer Chance und wenn sie mal wirklich zum Zug kamen, war Daniel Ischdonat da.
 Jetzt kommt am Samstag Oberhausen zu uns an den Hardtwald. Gerade gegen diesen vermeintlich schwachen, weil gegen den Abstieg spielenden, Gegner sollte man aufpassen, immerhin setzte es im Hinspiel in Oberhausen eine 4:1-Niederlage, doch so wie die Mannschaft gerade spielt bleiben die drei Punkte hoffentlich am Hardtwald. 
Nur mal am Rande: Der SVS ist dann seit mittlerweile über einem Jahr, nämlich seit genau 378 Tagen zu Hause ungeschlagen.



SV Wehen Wiesbaden: Gurski, Schimmel, Lanzaat, Döringer, Bieler, Book, Ivanna (46. Smeekes), Kolb, Christ (81. Menga), Janjic, Wohlfarth (76. Bouhaddouz).
SV Sandhausen: Ischdonat, Busch, Pischorn, Schulz, Schauerte, Fießer, Klotz, Danneberg (76. Glibo), Ulm (76. Blacha), Löning (81. Grimaldi), Blum.
Tore: 0:1 Löning (7.), 0:2 Busch (35.), 0:3 Löning (43.), 0:4 Löning (52.). 
Schiedsrichter: Cortus (Röthenbach) 
Zuschauer: 2.553

Dienstag, 7. Februar 2012

Nachholspiel vom 21. Spieltag: VFR Aalen - SV Sandhausen 07.02.12 | 2:0

Bei -15°C, zum Teil vereistem Platz und zwischenzeitlich einsetzenden Schneefall verliert des SV Sandhausen das Nachholspiel vom 21. Spieltag beim VFR Aalen mit 2:0. Dies soll jedoch keine Ausrede für die Niederlage sein. Die Aalener waren die bessere Mannschaft, sie machten zwar auch Fehler im Aufbauspiel, allerdings nicht so viele wie die Sandhäuser und nutzten ihre Chancen effektiv. So fiel das Führungstor für die Heimmannschaft gerade in einer Drangphase der Sandhäuser und auch beim 2:0 in der Nachspielzeit durch den ehemaligen Sandhäuser Leandro Grech wurde schnell umgeschalten und die SVS-Defensive überlaufen. Da die Aalener durch das zweite Tor nun eine bessere Tordifferenz als die Sandhäuser haben, liegt der VFR jetzt auf dem 1. Platz mit 43 Punkten. Sandhausen liegt punktgleich dahinter. Beide Teams weisen 5 Punkte Vorsprung auf den dritten Regensburg und sieben Punkte Vorsprung auf den vierten aus Erfurt auf.

Beide Teams spielten mit der Startaufstellung vom Samstag.

Hier stand an diesem Dienstagabend also ein echtes Spitzenspiel bevor. Der Tabellenzweite aus Aalen empfängt den Tabellenführer, den SV Sandhausen. Es war lange fragwürdig, ob das Spiel denn überhaupt stattfinden könnte, doch um 8:30 Uhr heute Morgen gaben die Verantwortlichen des VFR Aalen grünes Licht. Mit Hilfe einer Isolierplane hatte man die vollständige Vereisung des Rasen über Nacht verhindert und dem schon einmal abgesagten Spiel stand nichts mehr im Wege

Die Aalener, die mit vier Siegen in Folge in diese Partie gingen, wollten zum nur einige wenige Kilometer entfernten Nachbarn punktetechnisch aufschließen, hatten allerdings auch im Hinterkopf, dass man, wenn man mit einem Zwei-Tore-Unterschied gewinnen würde, die Tabellenführung erringen könnte.

Der SVS wollte dies natürlich verhindern und am liebsten dreifach Punkten auf der Ostalb, denn das wäre ein entscheidender Schritt in Richtung Aufstieg.

Bei eisigen Temperaturen und einsetzendem Schneefall ging es dann also um 19 Uhr vor 3214 Zuschauern los. Man sah sofort beiden Mannschaften an, dass sie sich erstmal an die Platzverhältnisse gewöhnen mussten, denn beide produzierten Abspielfehler am Fließband. Vor allem in den ersten Minuten kam so gut wie kein Pass beim Mitspieler an. Der VFR Aalen hatte in der Folge zwei-drei Möglichkeiten per Freistoß, konnte aber nichts gefährliches zustande bringen. Sehr auffällig war, dass die Schaltzentrale der SVS-Offensive, David Ulm, an diesem Abend so gut wie jeden Ball vertendelte. Jedoch lag das nicht nur an seiner Leistung, denn jedes Mal, wenn er angespielt wurde, waren gleich zwei-drei Aalener bei ihm, um ihn unter Druck zu setzen. Das fruchtete: Ulm konnte keinerlei Offensivakzente, die man normalerweise in einem Spiel mehrfach von ihm zu sehen bekommt, setzen und meistens führte das Zuspiel auf ihn zu einem Ballverlust für die Sandhäuser. Nachdem erst Sandhausen durch Löning und kurz darauf, nachdem eine halben Stunde gespielt war, die Aalener durch Lechleiter eine Chance hatten, nahm die Partie zusehends an Fahrt auf. Die Aalener hatten etwas mehr vom Spiel und brachten die Viererkette, allen voran Marco Pischorn, der einen rabenschwarzen Tag erwischte, das ein oder andere Mal in die Bredouille. Die beste Chance für die Sandhäuser hatte Winterneuzugang Nico Klotz, der beste Sandhäuser an diesem Tag, als er mit dem Außenrist den Ball an die Latte des Tores von Aalen-Keeper Bernhardt setzte. In den letzten zehn Minuten vor der Halbzeitpause hatte Aalen noch zweimal eine Möglichkeit durch Robert Lechleiter, über den das ganze VFR-Spiel lief, SVS-Titan Daniel Ischdonat blieb jedoch immer der Sieger. So ging es mit einem 0:0-Unentschieden in die Pause. Die Aalener hatten mehr Spielanteile, doch auch die ein oder andere Sandhäuser Chance hätte die Führung herbeibringen können. Auffällig war, dass neben Pischorn und Ulm, die ansonsten immer die Schlüsselfiguren im Spiel der Sandhäuser darstellen, auch die linke Seite über Kandziora und vor allem Blum wenig oder gar nicht in Erscheinung trat. Wenn nach vorne gespielt wurde, dann meist über die rechte Seite.

Zur Pause wurde auf Seiten der Aalener Haller vom Platz genommen und der offensiver orientierte Valentini eingewechselt. Die beiden Teams ließen sich, wie schon zu Beginn des Spiels, etwas Zeit bis sie Akzente setzten. Nachdem ein bisschen mehr als 50 Minuten gespielt waren, hatte Dausch gesehen, dass Ischdonat zu weit vor dem Kasten stand und so fast per Freistoß die Führung markiert, Ischdonat schaffte es jedoch noch den Ball über das Gehäuse zu lenken. Nach 55 Minuten hatte Trainer Gerd Dais dann genug gesehen und wechselte seinen Spielmacher David Ulm aus. Für ihn kam der Last-Minute-Transfer Adriano Grimaldi. Der SVS spielte nun also mit zwei Spitzen. Statt das das Spiel aber nun wieder intensiver werden würde, verflachte es zunehmends und Gerd Dais hüpfte wie ein Rumpelstilzchen an der Seitenlinie auf und ab - er war überhaupt nicht zufrieden wie seine Mannschaft sich hier präsentierte. In der 69. Minute war dann Schluss für den Sandhäuser, der an diesem Tag die meisten Akzente setzte: Für den angeschlagenen Nico Klotz kam Roberto Pinto ins Spiel. Nun wurden die Sandhäuser stärker. Doch gerade in der kleinen Drangphase der Sandhäuser fällt das Führungstor für den VFR Aalen durch den fünf Minuten zuvor eingewechselten Joker Sauter, der von Hofmann genial in Szene gesetzt wurde, aus guter Position ins lange Eck einschiebt und Ischdonat so keine Chance lässt. VFR-Trainer Ralph Hasenhüttl bewieß also abermals ein glückliches Händchen, was die Einwechslungen betrifft. Schon am Samstag gegen Regensburg wechselte Hasenhüttl Fabian Weiß ein, der das Siegtor für Aalen erzielte. Erst jetzt beginnt Sandhausen richtig loszulegen und hatte zweimal durch Löning und einmal durch Blacha die Rießenchance zum Ausgleich. Bei Blachas Schuss lenkt Aalen-Torwart Bernhardt den Ball mit dem Knie beinahe ins eigene Tor. Die Nachspielzeit von zwei Minuten wird angezeigt und der SV Sandhausen schmeißt nochmal alles nach vorne. In der 92. Minute wird dann ein Angriff der Sandhäuser abgefangen und blitzschnell umgeschalten. Sauter und der Ex-Sandhäuser Leandro Grech überlaufen die SVS-Defensive und Grech erzielt das Siegtor gegen seinen ehemaligen Verein, was zugleich die Tabellenführung für den VFR Aalen bedeutete.
Der VFR Aalen gewinnt in diesem Derby verdient, weil die Sandhäuser nicht ihren Rhythmus fanden und gerade die entscheidenden Spieler in der Offensive, wie auch in der Defensive, einen schlechten Tag erwischten.
Am Samstag empfängt der SV Sandhausen am heimischen Hardtwald den Chemnitzer FC, der sich am vergangenen Samstag gegen Unterhaching in bestechender Form gezeigt hat. 

Kommentar:

Leider hat sich der VFR Aalen an diesem Tag cleverer angestellt als wir. Gerade das Ausschalten von David Ulm war ein entscheidender Schachzug der Aalener, der das Offensivspiel von uns zum Erlahmen brachte. Auffällig war aber auch, dass der SVS erst nachdem man in Rückstand geraten war auf einmal richtig aufspielte, wie als ob man sich die ganze Zeit zurückgehalten und einfach nur abgewartet hätte. Das diese Schlussoffensive gegen ein Spitzenteam, wie der VFR Aalen eines ist, nicht gereicht hat, kam dann auch wohl keineswegs überraschend. Das zweite Tor der Aalener und der damit verbundene Verlust der Tabellenführung hätte allerdings verhindert werden können, ja müssen. Es gibt jedoch auch positive Seiten dieses Verlustes. Unsere Jungs haben weiterhin 5 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und 7 Punkte Vorsprung auf den 4. Platz und der Druck des Gejagten, des Tabellenführers wurde nun auf die Aalener übertragen.
Jetzt gilt es gegen Chemnitz am Samstag die passende Antwort zu liefern, was jedoch nicht einfach wird, immerhin zeigen sich die Chemnitzer seit Beginn der Rückrunde, vor allem in Person von Anton Fink (Neuzugang, ist vom KSC gekommen), in bestechender Form.




VFR Aalen: Bernhardt - Traut, Kister, Mössmer, T. Schulz - Hofmann, Leandro - Haller (46. Valentini), Dausch (90. Weiß) - Cidimar (68. Sauter), Lechleiter

SV Sandhausen: Ischdonat - Schauerte, Pischorn, D. Schulz, Kandziora - Fießer - Klotz (69. Pinto), Danneberg, Ulm (54. Grimaldi), Blum (80. Blacha) - Löning

Gelbe Karten: Danneberg

Tore: 1:0 Sauter (74.), 2:0 Leandro (90.+2)

Zuschauer: 3214

Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)



Sonntag, 5. Februar 2012

24. Spieltag: Arminia Bielefeld - SV Sandhausen 04.02.12 | 1:3


Der SV Sandhausen hat wie erhofft an den Heimerfolg gegen Unterhaching angeknüpft und gewinnt in Bielefeld auf der Alm mit 1:3. Bei deutlichen Minusgraden und vereistem Platz nutzten die Kurpfälzer ihre wenigen Chancen, dem Wetter entsprechend und im Stile eines Aufsteigers, eiskalt aus - das vor allem in den Heimspielen hochkochende und leidige Thema Chancenverwertung stand also diesmal nicht zur Debatte. Es war die erste Heimpleite seit sieben Spielen für die Arminia. Im Spitzenspiel zwischen Aalen und Regensburg dreht Aalen das Spiel und rückt auf den zweiten Platz der Tabelle vor. Somit würde es im Nachholspiel, das eigentlich am Dienstag stattfinden soll, aber noch wegen dem vereisten Aalener Platz auf der Kippe steht, zum Spitzenspiel Zweiter gegen Erster kommen.

Nach dem 3:1-Erfolg gegen Unterhaching vergangene Woche wurde nichts an der Anfangself geändert - es gab ja auch keinen Grund dazu. Das neue, offensivere System hatte schließlich gegriffen. Gegen die Arminen, deren Formkurve deutlich nach oben zeigt, wollte man, nachdem man am vergangenen Samstag am heimischen Hardtwald gegen Unterhaching gewonnen hatte, nachlegen und so eine Serie starten.

Die Arminen dagegen wollte dem Tabellenführer zumindest einen Punkt abluchsen und ihre Serie von sechs Heimspielen ohne Niederlage ausbauen. Die Bielefelder wurden im Vorfeld als deutlich stärkerer Gegner als Unterhaching gehandelt, zeigt die Mannschaft doch, seitdem Stefan Krämer der Cheftrainer der Arminen ist, einen ansehnlichen Fußball und ist in der 3. Liga angekommen. Keine einfach Aufgabe also für den SV Sandhausen, zudem war bei mehr als zehn Minusgraden der Platz gefroren und rutschig.

Als erstes übernahmen die Bielefelder die Initiative, brachten jedoch nichts gefährliches Zustande, außer zwei Angriffe, die aber von der Sandhäuser Abwehr in ihrer Entstehung gestoppt wurden. Nach dreizehn Minuten dann der SVS, von dem zuvor noch keine Offensivaktion zu sehen war: Ulm spielt einen steilen Pass, der eigentlich Blum erreichen soll, jedoch zu ungenau ist, so dass er dem Bielefelder Hübner vor die Füße kommt. Als dieser jedoch in Richtung des eigenen Torwarts läuft und diesem zuspielen möchte, taucht Danny Blum von hinten auf und schiebt blitzschnell ein, Nico Klotz berührt den Ball nicht mehr und überlässt Blum das Tor. Trotz des Abwehrbocks von Hübner eine außergewöhnliche Aktion von Blum, bei dem gegen Unterhaching der Knoten geplatzt ist. Zehn Minuten später: Ulm wird einige Zentimeter vor der Strafraumgrenze gefoult - sehr gute gesehen von Schiedsrichter Harm Osmers. Den darauffolgenden Freistoß tritt Julian Schauerte und zirkelt diesen wunderbar ins obere linke Eck. In der Folge sah man, wie schon zuvor, ein relativ schwaches Spiel mit Vorteilen für Sandhausen, zumindest im Mittelfeld gewann man viele Bälle, kam jedoch nicht oft zum Abschluss. Kurz vor der Pause tauchte dann noch einmal Danneberg vor Arminen-Keeper Ortega auf, schoss jedoch den Ball über das Gehäuse. Zur Halbzeit führten die Sandhäuser verdient mit 0:2. Zwar hatte man sich kaum Chancen erspielt, was bei dem vereisten Boden jedoch auch schwer war, man nutzte aber die ersten beiden Chancen gleich ganz abgezockt aus.

Auch nach der Pause waren die Gäste die bessere Mannschaft. Wenn Bielefeld mal einen Angriff versuchte, verhedderte man sich in der gnadenlosen SVS-Defensive. So gibt es bis zur 62. Minute auch nichts besonderes zu berichten. Nach einem Eckball hält Ortega zunächst den Kopfball von Pischorn, beim Nachschuss des Selbigen lag der Arminen-Torwart jedoch schon geschlagen am Boden, so dass die Entscheidung im Spiel gefallen war - der SVS führte mit 0:3. Danach wechselte Krämer noch drei Offensivkräfte ein um wenigstens ein bisschen Ergebniskosmetik zu betreiben. Die Einwechslungen fruchteten und die Arminia kam zu einigen etwas besseren Angriffen, auch weil der die Sandhäuser jetzt nicht mehr so konsequent in die Zweikämpfe gingen. So gelang Arminia Bielefeld in der 69. Minute noch der Treffer zum 1:3 durch Rzatkowski. In der Folge machten sich die Bielefelder noch Hoffnung, konnten aber bis zum Ende kein Tor mehr erzielen. So blieb es beim hochverdienten und abgezockten 1:3-Auswärtserfolg für den SV Sandhausen. In der defensive souverän und abgeklärt, in der Offensive effektiv und abgezockt - das waren die Sandhäuser an diesem Tag.


Am Dienstag, den 07.02.12 findet, wenn sich die Platzverhältnisse in Aalen nicht deutlich verschlechtern, das Nachholspiel vom 21. Spieltag statt. Dadurch, dass der VFR Aalen sich nun in der Tabelle auf Platz 2 befindet, steht also ein absolutes Spitzenspiel vor der Tür. Die Aalener, die die letzten vier Spiele gewonnen und drei davon gedreht haben, wollen dem Spitzenreiter ein Bein stellen und zu diesem aufschließen.


Kommentar:


Habe ich in der letzten Wochen noch den vergebenen Chancen hinterhergetrauert, so kann man, so denke ich, mit der Mannschaft sehr zufrieden sein. Zwar hat man nicht so gut wie gegen Haching gespielt, was jedoch auch den Platzverhältnissen anzurechnen war, jedoch zeigte man sich wie eine Mannschaft, die wirklich aufsteigen will und auch die Fähigkeiten dazu hat. Denn wenn man aus den ersten beiden Chancen zwei Tore macht, dann ist man ein absolutes Spitzenteam. So steht am Dienstag nun das Spiel gegen Aalen an. Es wird eine ziemlich enge Kiste werden, denn die Jungs von Ralph Hasenhüttl sind im Moment sehr gut drauf - man darf also gespannt sein. Forza SVS ! 





Arminia Bielefeld: Ortega - Riemer (63. Hille), Hübener, Hornig, Krük (64. Kullmann) - Jerat, Schütz - Rahn, Rzatkowski, Schönfeld - Klos
SV Sandhausen: Ischdonat - Schauerte, Pischorn, Schulz, Kandziora - Fießer - Klotz (86. Kittner), Danneberg, Ulm (90. Glibo), Blum - Löning (90+1. Grimaldi)
Gelber Karten: Jerat, Schönfeld
Tore: 0:1 Blum (13.) 0:2 Schauerte (23.) 0:3 Pischorn (62.) 1:3 Rzatkowski (69.)
Zuschauer: 6500
Schiedsrichter: Osmers (Hannover)


Montag, 30. Januar 2012

23. Spieltag: SV Sandhausen - SpVgg Unterhaching 28.01.12 | 3:1

Endlich. Nach zuletzt vier sieglosen Spielen schlägt der SV Sandhausen am heimischen Hardtwald die SpVgg Unterhaching mit 3:1. Nach einem über weite Strecken berauschenden Spiel, in welchem David Ulm zum Spieler des Spiels avancierte, haben die Sandhäuser also den befürchteten Fehlstart abgewendet und sind nun wieder Tabellenführer der 3. Liga. Jedoch dadurch begünstigt, dass das Spiel zwischen Regensburg und Osnabrück den schlechten Witterungsverhältnissen zum Opfer gefallen war und nicht stattfinden konnte. Es war für den SVS das 18. Heimspiel in Folge, in dem man nicht verlor. Die letzte Niederlage am Hardtwald ist auf den 11.02.2011 (24. Spieltag: 1:2 gegen Heidenheim) datiert.

Zum Spiel:


Nach der Niederlage in Darmstadt gab es zwei Änderungen in der Anfangself. Für Kristjan Glibo und Roberto Pinto spielten Jan Fießer und Danny Blum.

Nach der 1:4-Niederlage in Darmstadt musste die Mannschaft Wiedergutmachung betreiben um den Fehlstart zu verhindern. Außerdem hatte man schon vier Spiele in Folge nicht mehr gewonnen und wollte unbedingt die drei Punkte einfahren - immerhin steht, wenn man die derzeitige Situation betrachtet, die 2. Liga in Aussicht. Auch ging es an diesem Tag um die Wiedereroberung der Tabellenführung, denn, wie im Vorfeld bekannt wurde, musste das Spiel zwischen Regensburg und Osnabrück abgesagt werden. Dabei sollte auch der neue aber nicht als Dauerlösung gedachte Trikotsponsor "Machemeier Energy" helfen. Die neue Solar-Firma des Sandhäuser Präsidenten wird bis zum Saisonende die freie Werbefläche der Trikotbrust zu Werbezwecken nutzen.

Die Hachinger wollte aus Sandhausen mit mindestens einem Punkt zurückkommen, schließlich wurden die letzten sieben (!) Spiele in der Fremde allesamt verloren. Warum also nicht gegen die Sandhäuser den Negativtrend stoppen ? Zwar spielte man gegen den Tabellenzweiten, dieser jedoch hatte es bekanntlich in den letzten vier Partien nicht geschafft zu gewinnen. Man wollte also die Gunst der Stunde nutzen.

Nur wenige Sekunden nach dem Anpfiff wären die Sandhäuser beinahe auf dem falschen Fuß erwischt worden. So konnte Pischorn aber einen Torversuch der Spielvereinigung noch rechtzeitig klären. Sandhausen danach jedoch wach. Kurz nach der Hachinger Möglichkeit war dann Platz zum kontern da und Neuzugang Nico Klotz hatte die Führung für den SVS eigentlich schon auf dem Fuß, fand jedoch in Haching-Schlussmann Riederer seinen Meister. Die Sandhäuser jetzt, im Vergleich zu den letzten Spielen, mit einer völlig anderen Körpersprache. Vor allem im Mittelfeld wurden immer wieder Angriffe der Hachinger gestoppt, Zweikampfstärke und schnelles Umschalten bestimmten das Sandhäuser Spiel. So sorgte David Ulm, über den an diesem Tag so ziemlich jede Offensivaktion eingeleitet wurde, für die frühe Führung der Hausherren in der 6. Minute. Das erste Tor war das Musterbeispiel zu den genannten Eigenschaften des Sandhäuser Spiels: Marco Pischorn erobert den Ball an der Mittellinie, spielt eine lang Flanke in Richtung des gegnerischen Strafraums, die Kandziora mit dem Kopf zu Löning verlängert. Löning legt den Ball in die Mitte, wo David Ulm lauert und vom Elfmeterpunkt in die rechte Ecke abzieht. Auch nach dem Führungstor waren die Sandhäuser die klar bessere Mannschaft und hätten bis zur Pause eigentlich alles klar machen müssen. Jedoch ließ man in Person von Klotz, Danneberg, Fießer und Blum hochkarätige Chancen liegen. So führte man zur Halbzeitpause "nur" mit 1:0.

Die beiden Mannschaften erschienen früh wieder auf dem Spielfeld, wovon sich das Schiedsrichtergespann jedoch nicht zur Eile drängen ließ. Nach exakt 15 Minuten wurde die Partie wieder angepfiffen. Es ging weiter wie es vor dem Pausenpfiff aufgehört hatte. Sandhausen war die bessere Mannschaft, Sandhausen mit  Zug zum Tor, Sandhausen steht sich selbst im Weg, was das Toreschießen anbelangt. Symbolisch dafür eine Szene kurz nach Wiederanpfiff: Nach einer Ecke stehen sich im Hachinger Strafraum Danneberg und Schulz beim Abschluss gegenseitig im Weg. Dann auch mal die Hachinger - und wie: Der Hachinger Niederlechner schob im Strafraum locker ein, jedoch entschied Schiedsrichter Markus Wingenbach auf Abseits - eine falsche Entscheidung, wie die TV-Aufnahmen später bewiesen. Auch der SVS antwortete in der Folge zweimal durch Löning. Bei der ersten Chance vergab Löning aus wenigen Metern vor dem freien Tor, bei der zweiten traf er per Kopf, was jedoch wieder durch den Referee wegen vermeintlicher Abseitsposition abgepfiffen wurde - auch bei dieser Entscheidung lag Wingenbach falsch. Es war jedoch auch symbolisch für die momentane Situation des Sandhäuser Kapitäns. Er ackert und kämpft, spielt gute, kluge Pässe, einzige vor dem Tor vergibt er fahrlässig seine Chancen. Wenn er dann, wie in diesem Spiel trifft, zählt das Tor nicht. So glänzt er auch in der nächsten Situation als Vorbereiter: Er spielt einen langen Ball in die Spitze auf Danny Blum, der die Kugel aus halblinker Position zum 2:0 ins lange Ecke zimmert. Ein Traumtor. Danny Blum, der Gewinner der offensiveren Systemausrichtung, immerhin hatte er den Vorzug vor dem routinierten Roberto Pinto erhalten, zahlt seinem Trainer das Vertrauen zurück.
Zehn Minuten vor Schluss wurde es dann nochmal spannend. Die Hachinger erzielten, wie aus dem Nichts, in der 79. Minute das Anschlusstor durch Vollmann, bei dessen Schuss der Ball unhaltbar für Daniel Ischdonat abgefälscht wurde. Kurz vor dem Abpfiff machte dann der beste Mann auf dem Feld sein zweites Tor an diesem Tag und sorgte damit für die Entscheidung, der eingewechselte Roberto Pinto konnte sich nochmal als Vorbereiter auszeichnen. Ulm schoss relativ schwach von der Strafraumgrenze - eigentlich durchaus haltbar für den sonst so guten Riederer. Das kümmerte die Sandhäuser danach nicht mehr. Das Spiel war entschieden, man hatte nach vier sieglosen Spielen endlich wieder gewonnen und die Tabellenspitze zurückerobert. Das Thema Chancenverwertung wurde jedoch auch noch nach Abpfiff heiß diskutiert.


Kommentar:


Na also ! Ob unser Trainer Gerd Dais wohl das SVS-Fanforum liest, in welchem nach dem Darmstadtspiel der Schrei nach einer offensiveren Spielweise erklang ? Fakt ist zumindest, dass die offensivere Systemumstellung gefruchtet hat, unsere Jungs überrannten Haching ja regelrecht. Obwohl das Spiel gewonnen wurde, gibt es aber genug zu meckern. Das Spiel hätte viel, viel früher entschieden worden müssen, denn man hatte wieder Chancen, die andere Mannschaften nicht mal für drei Siege brauchen - siehe Aalen, die aus vier Chancen gegen Wiesbaden drei Tore machten. Dass ein Danny Blum getroffen hat freut aber umso mehr, denn er spielte in der Vergangenheit zumeist gut, versagte aber sehr oft vor dem Tor. David Ulm, über den heute mal wieder alles lief, war mit Abstand der beste Spieler auf dem Feld, da kann sich mancher Zweitligaspielmacher noch viel von David abschauen, so wie er im Moment in Form ist. Nächsten Samstag spielt der SVS in Bielfeld. Man darf gespannt sein, wie sich das neue System gegen einen im Moment besser aufgelegten Gegner schlägt, immerhin hatte Unterhaching nicht nur dieses, sondern auch die letzten sieben Auswärtsspiele verloren und war nicht wirklich ein Maßstab. Vielleicht erledigt sich dann auch die Ladehemmung bei unserem Kapitän Frank Löning, der schon seit Ende Oktober nicht mehr getroffen hat und am Samstag beim Abschluss erneut eine unglückliche Figur machte.

Zu der Zuschauerzahl bleibt noch zu sagen, dass es mittlerweile soweit ist, dass ich anfange mich zu schämen. Da muss man sich mal vor Augen führen, dass der SV Sandhausen Tabellenzweiter vor dem Spiel, nun wieder Erster ist und es kommen 1800 Zuschauer...Ansonsten an diesem Tag aber ein toller Support der aktiven Fans.



SV Sandhausen: Ischdonat - Schauerte, Pischorn, Schulz, Kandziora - Fießer - Klotz (73. Pinto), Danneberg, Ulm (90. Imbs), Blum (81. Blacha) - Löning
SpVgg Unterhaching: Riederer - Schwabl, Ziegler, Drum, Stegmayer - Avdic (19. Kanca), Sternisko (65. Vollmann), Thiel, Bigalke - Tunjic, Niederlechner
Gelbe Karten: Danneberg  - Sternisko, Vollmann
Tore: 1:0 Ulm (6.), 2:0 Blum (70.), 2:1 Vollmann (79.), 3:1 Ulm (88.)
Zuschauer: 1800
Schiedsrichter: Wingenbach (Diez)

Dienstag, 10. Januar 2012

Die Kicker-Rangliste der 3. Liga: Stürmer

Und wieder ist ein SVS-Spieler ganz vorne mit dabei:

Frank Löning  belegt in der Rangliste der besten Stürmer der 3. Liga den 3. Platz hinter Robert Lechleiter vom sympathischen Verein von der Ostalb, VFR Aalen, und dem Bruder des Bayern- und Nationalspieler Bastian Schweinsteiger, Tobias, der sein Geld beim Tabellenführer Jahn Regensburg verdient und in der Hinrunde die meisten Tore erzielt hat (12). Alle drei befinden sich im Feld "Herrausragend". Auch vor einem halben Jahr rangierte der Sandhäuser Kapitän Frank Löning auf Platz 3 der Rangliste. Damals wie heute meistert er seine Aufgabe als Stürmer, nämlich die "Buden" für die Sandhäuser zu erzielen, fabelhaft. Nach der Hälfte der aktuellen Spielzeit hat er schon neun Tore erzielt und befindet sich in der Torjäger-Liste auf Rang zwei, hinter jenem Tobias Schweinsteiger.

Auch an dieser Stelle nochmal Herzlichen Glückwunsch an Frank, du hast es verdient !