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Montag, 20. Mai 2013

„Symptomatisch für die ganze Saison." [SVS - Aue 0:1]


Das wars also. Die letzten 90 Minuten im „Abenteuer 2. Liga“ sind für den SV Sandhausen gerade zuende gegangen. Ab der nächsten Saison geht es für die Sandhäuser wieder gegen Unterhaching, Burghausen und Heidenheim statt gegen Köln, 1860 München und St. Pauli. Doch das stand auch schon vor dem letzten Spiel fest. Zu viele Punkte hat man gegen die Mitkonkurrenten im Abstiegskampf liegen gelassen.
In Sandhausen feiert derweil das andere Team. Die „Veilchen“ aus Aue haben den Klassenerhalt geschafft und durch den 1:0-Auswärtssieg im Hardtwaldstadion Dynamo Dresden ausgestochen, das in der Abstiegsrelegation gegen Osnabrück eine Extrarunde absolvieren muss. Und so bejubeln rund 2500 mitgereiste Fans und Spieler von Aue den Klassenerhalt in Sandhausen so ausgelassen, dass Stadionsprecher Frank Schumacher über die Stadionlautsprecher aufruft: „bitte lasst unser Stadion ganz.“
Für den SVS war es die 20. Niederlage in dieser Saison.

© kicker.de
Dabei hätte es gar nicht so kommen müssen. Beide Mannschaften begannen engagiert und man merkte auch den Sandhäusern an, dass sie sich in diesem letzten Spiel, vor den eigenen Fans, noch einmal teuer verkaufen wollten. So entwickelte sich ein munteres Hin und Her, mit viel Zug zum Tor und Aggressivität in den Zweikämpfen auf bei den Seiten. Trotzdem fehlten noch die ganz großen Torchancen.
Nach der hektischen Anfangsphase verlagerte sich das Spielgeschehen immer mehr ins Mittelfeld und bis auf ein paar Halbchancen passierte nichts nennenswertes mehr in der ersten Halbzeit. Ab der 30. Minute machte Sandhausen zunehmend das Spiel, während sich die „Veilchen“ hauptsächlich aufs Kontern beschränkten.

Auch die Anfangsphase der zweiten Hälfte kann durchaus als ereignisarm bezeichnet werden. Erst nach ca. einer Stunde warf Aue dann alles in die Waagschale, wahrscheinlich, weil man von der Dresdner Führung gegen Regensburg erfahren hatte. So kam es auch zur ersten Großchance durch den eingewechselten König, dessen Kopfball aber gegen die Latte flog. Die Sandhäuser wollten sich in dieser Druckphase der „Veilchen“ nicht ohne Gegenwehr ergeben und Wootens Schuss, wenige Minuten später, konnte Aue-Schlussmann Männel gerade so mit den Fingerspitzen über den Kasten lenken. Nur eine Minute nach dem Schuss von Wooten fiel er jedoch dann, der Führungstreffer für Aue. Der bis dato die Partie so souverän leitende Schiedsrichter Sippel gab ein irreguläres Tor von Jan Hochscheidt, der SVS-Keeper Langer den Ball abluchste und ins Tor beförderte, obwohl dieser das Spielgerät zuvor mit beiden Händen festhielt.
Kurz vor Schluss kam der SVS durch Kopfballungeheuer Pischorn noch einmal zu einer Ausgleichsmöglichkeit, doch dessen Kopfball verfehlte knapp den gegnerischen Kasten.

© rp-online.de
„Wir haben heute alles gegeben und wenig zugelassen. Zuhause können wir uns nichts vorwerfen, nur auswärts wäre mehr drin gewesen. Das Gegentor heute war symptomatisch für die ganze Saison,“ resümiert Julian Schauerte Saison und Spiel nach der Partie. Es wird schwer werden den 25-Jährigen Außenbahnspieler in Sandhausen zu halten, denn der SC Paderborn ist unter anderem an ihm interessiert. Auch seine Bemerkung, „es ist natürlich ein Traum in der 2. Liga zu spielen,“ klingt nicht gerade nach einem Bekenntnis zum neuen Drittligisten. So könnte Schauerte nach Jan Fießer der zweite namenhafte Spieler sein, der den SV Sandhausen verlässt und womöglich auch nicht der letzte. Es steht also viel Arbeit für die Verantwortlichen an, denn ihre Aufgabe wird es sein, zu verhindern, dass der Kader auseinanderbricht.

Einer wird damit ganz sicher nichts mehr zu tun haben: Noch-Trainer Hans-Jürgen Boysen. Er wird von Alois Schwartz beerbt werden, der von Rot-Weiß Erfurt an den Hardtwald kommt.

Boysen bedankt sich auf der Pressekonferenz noch artig bei allen im Verein und nimmt das Ziel des kleinen Dorfvereins für die nächsten Jahre in den Mund: „Ich wünsche dem SV Sandhausen den Wiederaufstieg.“


SV Sandhausen: Langer; Schauerte, Pischorn, Schulz, Achenbach; Fießer, Danneberg, Klotz (83. Olajengbesi), Blacha (83. Ulm); Mäkelä (85. Adler), Wooten.
FC Erzgebirge Aue: Männel; Schlitte, Hensel, Nickenig, Klingbeil; Höfler, Schröder; Müller, Fink (61. König), Könnecke (69. Hochscheidt); Sylvestr (87. Pezzoni).
Tor: 0:1 (79.) Hochscheidt. 
Schiedsrichter: Peter Sippel (München). 
Zuschauer: 5.250. 
Gelbe Karten: Achenbach, Schulz, Danneberg - Fink, König.

Donnerstag, 12. April 2012

34. Spieltag: 1. FC Saarbrücken - SV Sandhausen 10.04.12 | 2:1


Niederlage in Saarbrücken - der SV Sandhausen muss einen herben Rückschlag im Kampf um den Aufstieg hinnehmen. Die Sandhäuser verloren im Ludwigspark gegen frech aufspielende Saarbrücker mit 2:1. Vor allem in der ersten Halbzeit spielten die Mannen von Trainer Gerd Dais mehr als unterirdisch und leisteten sich nicht nur bei den Gegentoren kapitale Fehler in der Defensive. Wurden in Abwesenheit von Daniel Schulz Marco Pischorn und Ole Kittner noch für ihre Harmonie im Spiel gegen Bremen gelobt, wussten sie gegen Saarbrücken auf ganzer Linie zu enttäuschen. In der zweiten Halbzeit sorgte dann der eingewechselte Aykut Öztürk, wie schon gegen Heidenheim, für das Anschlusstor. Dies führte zwar zu der erhofften Leistungssteigerung der Gäste, die Drangphase der Sandhäuser war nach 20 Minuten aber auch wieder vorbei und führte nicht zu einem weiteren Tor. Auch Gerd Dais war mehr als angesäuert über das Auftreten der Mannschaft und sprach das aus, was alle dachten: "Wenn man erneut die erste Spielhälfte verschläft, kann man in einem Auswärtsspiel der dritten Liga nur schwerlich bestehen".
Der SVS hatte jedoch Glück im Unglück: Zwar gewann der VfR Aalen (4:1 gegen Jena) und ist nun wieder punktgleich mit den Kurpfälzern, jedoch verlor der Chemnitzer FC am Mittwoch zum ersten Mal seit 17 Spielen wieder (1:3 in Bielefeld). Die Ostdeutschen hatte zur Halbzeit noch mit einem Tor geführt, ehe die Arminia groß aufdrehte und mit drei Toren das Spiel für sich entschied. So haben die Sandhäuser vier Spiele vor Ende der Saison weiterhin sechs Punkte Abstand zum Dritten aus Chemnitz.


Vor dem Spiel:


Hier können Sie den Vorbericht zum Spiel lesen

Was sich schon unter der Woche angekündigt hatte, wurde klar: Daniel Schulz war, wie schon gegen Bremen, nicht einsatzbereit, so dass er auch in diesem Spiel wieder durch Ole Kittner vertreten wurde.


Zum Spiel:


Es regnete in Strömen im Saarbrücker Ludwigspark und, wie die Vergangenheit zeigte, liegt dem SVS das "Fritz-Walter-Wetter" eigentlich nicht. Nichtsdestotrotz waren die 250 Mitgereisten Sandhäuser Fans fest davon überzeugt, dass ihre Mannschaft die wichtigen drei Punkte einfahren würde. Dass Glauben und Überzeugung auch bitter enttäuscht werden können, zeigte sich nach 14 Minuten. Der Linksaußen der Saarbrücker, Marius Laux, verwertete dankend den Ball von Stiefler, dessen Pass die komplette SVS-Defensive aushebelte und vor allem Ole Kittner schlecht aussehen ließ.
Es spielte nur noch eine Mannschaft und das war der FC Saarbrücken, Sandhausen kam kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus. Die Saarländer hatten eine Vielzahl an hochkarätigen Chancen und hätten eigentlich schon früh das zweite Tor erzielen müssen. Dies folgte dann drei Minuten vor der Halbzeitpause. Wieder schlief die Abwehr des SVS, so dass die Saarbrücker zu zweit vor dem nur noch mit Daniel Ischdonat besetzten Tor waren und Stiefler dem Torwart der Gäste keine Chance ließ.
Die einzige nennenswerte Chance seitens des SVS ereignete sich zwei Minuten vor dem 2:0. FCS-Keeper Marina konnte den Schuss von Frank Löning jedoch abwehren.
So führten die Saarbrücker zur Halbzeit hochverdient mit zwei Toren und hätten eigentlich schon in der ersten Hälfte für die endgültige Entscheidung sorgen können.


Nach der Pause hämmerte 1:0-Schütze Marius Laux nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff den Ball an den Pfosten, fast im Gegenzug dazu der Konter durch die Sandhäuser. Saarbrücken stand eigentlich gut in der Defensive, doch der kurz zuvor eingewechselte Aykut Öztürk sorgte mit seinem Sonntagsschuss für den Anschlusstreffer. Es war der zweite Saisontreffer für den Stürmer, der im Sommer von Carl Zeiss Jena gekommen war und nicht über die Rolle eines Ergänzungsspielers hinausgekommen ist. Seinen ersten Treffer für den SVS schoss er kurz vor der Winterpause in der Voith-Arena in Heidenheim - auch damals zum Anschlusstreffer (2:1 endete die Partie in Heidenheim).
 Die Sandhäuser waren nach dem Treffer nun endlich ein bisschen aus ihrere Lethargie erwacht und drängten jetzt auf den zweiten Treffer. Die Abwehr der Hausherren stand aber sicher, so dass es wenig Durchkommen für die Schwarz-Weißen gab. Für den FCS ergaben sich durch das offensive Stellungsspiel der Sandhäuser immer wieder Kontermöglichkeiten, die jedoch nicht konsquent genutzt wurden. Die Drangphase der Sandhäuser ebte nach ca. 20 Minuten wieder ab, so dass die Saarbrücker die Partie bis zum Ende im Griff hatten. Die beste Möglichkeit für Sandhausen hatte Jan Fießer nach etwas mehr als einer Stunde, Marina war jedoch zur Stelle. Auch die Einwechslungen von Grimaldi und Dorn brachten, wie schon die letzten Male, als diese Variante mit drei Stürmern erprobt wurde, keinen Schwung mehr ins Offensivspiel.
So blieb es beim verdienten 2:1-Heimerfolg für den FC Saarbrücken, da der Spitzenreiter aus Sandhausen, vor allem in der ersten Hälfte, komplett enttäuschte.
Trotzdem hat der SV Sandhausen weiterhin eine sehr gute Ausgangssituation, weil Regensburg (1:3 gegen Offenbach), Heidenheim (0:2 gegen Erfurt) und Chemnitz (1:3 gegen Bielefeld) allesamt ebenfalls verloren.

Kommentar:


Eine wirklich schlechte Leistung unserer Mannschaft. Die erste Halbzeit kann man mit der in Erfurt vergleichen, denn wie Erfurt vor ein paar Wochen, war uns Saarbrücken in allen Belangen überlegen. Doch scheinbar ist der Fußballgott auf unserer Seite. Die Chemnitzer, die 16 Spiele zuvor ohne Niederlage geblieben waren, verlieren gegen ein Arminia Bielefeld, das drei Tage zuvor noch in Unterhaching mit 0:5 unterging. Ein Sieg gegen Stuttgart am Samstag ist wichtiger denn je. Die Mannschaft braucht nun auch die Unterstützung der Fans, denn die enttäuschende Niederlage lässt sich in vier Tagen sicherlich nicht so leicht aus den Köpfen löschen.




1.FC Saarbrücken: Marina; Forkel, Kruse, Marc Lerandy; Strath, Eggert; Stiefler (86. Fuchs), Sökler (77. Kohler), Laux; Würtz (92. Özbekl).
SV Sandhausen: Ischdonat; Schauerte, Pischorn, Kittner, Kandziora; Fiesser; Pinto (46. Öztürk), Danneberg (74. Grimaldi), Ulm (62. Dorn) Klotz; Löning;
Gelbe Karten: Kruse, Laux - Grimaldi, Ischdonat.
Tore: 1:0 (14.) Laux, 2:0 (42.) Stiefler, 2:1 (52.) Öztürk. 
Zuschauer: 3.220
Schiedsrichter: Arno Blos (Deizisau).

Montag, 9. April 2012

Vorbericht: 1. FC Saarbrücken - SV Sandhausen

Nach der souverän gelösten Pflichtaufgabe am vergangenen Wochenende gegen Bremen II (2:0) dachte Trainer Gerd Dais gleich wieder an das nächste Spiel: "Jetzt gilt es, die gute Ausgangsposition in Saarbrücken zu festigen".
Schon am Dienstag um 19 Uhr wird das Spiel im Ludwigspark, in Saarbrücken angepfiffen und somit der Endspurt um die Aufstiegsplätze mit der Englischen Woche eingeläutet.


Die "gute Ausgangssituation" der Sandhäuser ist nicht nur gut, sondern die beste. Der SVS thront weiter an der Tabellenspitze und hat seinen Vorsprung auf die Verfolger aus Aalen, Chemnitz, Heidenheim und Regensburg, die allesamt Punkte liegen ließen, nochmal vergrößert. So könnte es die entscheidende Woche, die Woche des SV Sandhausen werden. Mit zwei möglichen Siegen am Dienstag in Saarbrücken und am Samstag gegen Stuttgart II, könnte den Kurpfälzern der Aufstieg schon nicht mehr zu nehmen sein.


Das ist jedoch leichter gesagt als getan. Die Saarländer aus Saarbrücken haben eine grandiose Vorrunde gespielt, hatten zwischenzeitlich die Tabellenführung inne und lagen zur "Halbzeit" der Saison auf dem Relegationsplatz zu Liga 2. Nach der Winterpause gab es dann den Einbruch, wodurch der Traditionsverein, der schon zweimal in seiner Geschichte Deutscher Vizemeister wurde (1942/43 und 1951/52), bis auf den 11. Tabellenplatz der 3. Liga abrutschte.
Die Mannschaft von Trainer Jürgen Luginger hat sich jedoch wieder gefangen, sie gewann gegen die Spitzenteams aus Aalen (4:2) und Regensburg (1:0), holte außerdem einen Punkt in Erfurt (1:1) und gegen Burghausen (0:0).
Mit dem SV Sandhausen kommt nun die nächste Spitzenmannschaft in den Ludwigspark und die Saarländer wollen natürlich an die Leistungen der letzten Wochen anknüpfen. An der Leistungssteigerung ist vor allem einer maßgeblich beteiligt: Marcel Ziemer. Der 26-jährige gebürtige Wormser hatte sich im Oktober des letzten Jahres einen Muskelfaserriss zugezogen und musste so über einen Monat pausieren. Danach fand der Mittelstürmer nur langsam zu alter Stärke zurück. Vor ca. einem Monat schoss er dann aber den VfR Aalen fast im Alleingang mit seinen drei Toren ab und sorgte so, nach 8 sieglosen Spielen, wieder für ein Erfolgserlebnis. Auch gegen Bielefeld (2:4) schoss er ein Tor und gegen Wiesbaden (2:3) konnte man zumindest ein Assist verzeichnen.
Saarbücken kann man jedoch nicht allein auf Marcel Ziemer reduzieren, denn zwar hat der im Sommer von Wiesbaden gekommene Stürmer schon 10 Saisontore erzielt, jedoch wird die starke Offensive der Saarländer durch Linksaußen Marius Laux (9 Tore) und den zweiten Stürmer Johannes Wurtz (8 Tore) komplettiert. Auch der Ex-Sandhäuser Stephan Sieger bringt trotz seiner 32 Jahre noch immer beachtliche Leistungen auf den Platz.
Bisher gab es zwischen dem FC Saarbrücken und dem SV Sandhausen drei Spiele. In Sandhausen verlor Saarbrücken einmal und spielte einmal Remis. Zu Hause gewann man letzte Saison jedoch mit 3:1 gegen die Badener.


Es wird im Ludwigspark also die erwartete schwere Aufgabe, zumal der Einsatz von Daniel Schulz sehr fraglich ist. Der Innenverteidiger musste wegen muskulären Problemen bereits gegen Bremen passen. Darüber macht sich Gerd Dais aber offensichtlich keine Gedanken: "Sollte er nicht spielen können, wird sich gegenüber Bremen nicht viel ändern und Ole Kittner, der gut gespielt hat, wird Schulz dann erneut vertreten".


Es ist also alles angerichtet. Ungefähr 200 Schlachtenbummler aus Sandhausen werden laut Fanbetreuer Stefan Allgeier in Saarbrücken sein, um ihr Team zu unterstützen, damit der Traum vom Aufstieg ins Unterhaus der Bundesliga Wirklichkeit wird. Es könnte die Woche des kleinen SV Sandhausen werden ..