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Montag, 5. August 2013

Riemann, Sandhausen und der Pokal [SVS - FCN 5:4 n.E.]

Achtzehn Jahre ist es jetzt her, dass der damals viertklassige SV Sandhausen den in der Bundesliga spielenden und sehr erfolgreichen VfB Stuttgart mit 15:14 nach Elfmeterschießen aus dem DFB-Pokal fegte. Im Vorfeld des diesjährigen Pokalspiels gegen den 1. FC Nürnberg hatte der Verein ein kleines Video der Sensation von 1995 zusammengestellt, der Glaube an eine erneute Pokalsensation war am Hardtwald schon vor der Partie überall deutlich zu spüren. Und tatsächlich sollte es wieder ein denkwürdiger Pokalabend werden. Wieder gab es ein Elfmeterschießen, wieder war der Tatort das Sandhäuser Hardtwaldstadion und wieder ging der SV Sandhausen als überraschender Sieger vom Platz - der neunmalige Deutsche Meister und viermalige DFB-Pokalsieger Nürnberg wurde mit 5:4 n. E. wieder nach Hause geschickt. Am Hardtwald gab es kein Halten mehr. 
Ein Name kam besonders oft in den Sprechchören der Sandhäuser Fans vor: Manuel Riemann. Der Neuzugang vom VfL Osnabrück und die neue Nummer 1 des SV Sandhausen avancierte, wie schon 2007 gegen Bayern München, an diesem Abend zum Pokalhelden, denn er hielt zwei Elfmeter in überragender Manier und war auch bei den anderen drei immer in der richtigen Ecke.

Doch es gab zuvor auch ein Spiel, in dem die Spieler des SV Sandhausen aufopferungsvoll kämpften und sich den Sieg redlich verdienten:

Bei der Bekanntgabe der Aufstellungen gab es gleich mehrere Ausrufezeichen: Jovanovic spielte für Kapitän Frank Löning, Riemann für Knaller, Thiede für Adler. Kulovits sollte die Kapitänsbinde tragen. Alle drei Änderungen sollten später das Vertrauen des Trainers mehr als zurückzahlen.

Schon mit dem Anfangspfiff des Schiedsrichters war klar: Die Sandhäuser rechneten sich an diesem Sonntagabend etwas aus. Nach fünf Minuten war der SV Sandhausen schon zweimal durch Thiede und einmal durch Jovanovic zum Abschluss gekommen. Es zeigte sich schon in dieser Anfangsphase, dass sich die Hereinnahmen bezahlbar machten. Nach dem mit einem Punkt aus zwei Spielen eher mäßigen Zweitligaauftakt kam im Vereinsumfeld Kritik auf, Trainer Alois Schwartz würde zu defensiv spielen lassen. Die Antwort des Trainers war wohl die Einsatzchance für Thiede, der mächtig Dampf auf der Zehn machte und sich auch für kein Kopfballduell, trotz seiner geringen Körpergröße zu schade war.
Nachdem der SVS in der Anfangsviertelstunde das tonangebende Team war, nahm der 1. FC Nürnberg das schnelle Anfangstempo danach raus und übernahm so langsam die Kontrolle über das Spiel. Doch die Sandhäuser hielten zumindest kämpferisch dagegen. Überhaupt war es ein sehr kampfbetontes Spiel. Beide Mannschaften gingen mit 100 Prozent in die Zweikämpfe, was insgesamt zu neun Gelben Karten (vier Sandhausen, fünf Nürnberg) führte.
Nach etwa 20 Minuten verstärkte Nürnberg dann den Druck auf das Sandhäuser Tor. Zwar waren die Torabschlüsse nicht wirklich zwingend, allerdings kamen die Sandhäuser nicht einmal mehr aus ihrer eigenen Spielhälfte heraus. In der 27. Minute war es dann soweit.
Mak hebelte mit seinem Pass durch die Schnittstelle einmal die komplette Sandhäuser Abwehr aus und Ginczek bedankte sich bei Mak, indem er durch Riemanns Beine ins Tor der Hausherren einschob.
Sandhausen wirkte in der Folge zwar bemüht, den Ausgleich zu erzielen, es fehlte aber die nötige Durchschlagskraft. Die Partie verflachte zunehmend. Vor allem die Sandhäuser Flanken in den Strafraum waren zu ungenau und fanden keinen Abnehmer. Erst kurz vor dem Halbzeitpfiff sorgte Achenbach eher unfreiwillig für den Weckruf. Der von ihm aus dem rechten Halbfeld ausgeführte Freistoß landete nicht wie geplant bei seinen Mitspielern, sondern beinahe im Tor, doch Club-Torwart Raphael Schäfer war zur Stelle.

Alois Schwartz‘ Halbzeitansprache hatte wohl Wirkung gezeigt. Die Sandhäuser spielten wie schon zu Beginn der Partie mutig nach vorne, sie wollten den Ausgleich. So kamen die Hausherren wieder durch Thiede und Jovanovic zu guten Chancen. Doch diesmal wurde die Drangphase der Sandhäuser auch belohnt. Bei einem Sandhäuser Freistoß in der 58. Minute umklammerte Chandler Marvin Knoll und brachte ihn im Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Norbert Grudzinski zeigte auf den Punkt und Julian Schauerte verwandelte souverän zum 1:1-Ausgleich.
Die Stimmung am Hardtwald kochte jetzt hoch. Das Sandhäuser Publikum glaubte jetzt an die Pokalsensation und feuerte seine Mannschaft frenetisch an, die angereisten Nürnberger machten ihrem Frust Luft, indem sie eine kleine Pyroshow veranstalteten.
Sandhausen war nach dem Ausgleich das bessere Team und wollte den Sieg gegen den großen FC Nürnberg in der regulären Spielzeit schaffen, allein am Torabschluss scheiterte es. Von den Nürnbergern kam nicht mehr viel, sodass es nach 90 Minuten hieß: Verlängerung in Sandhausen!


In der ersten Hälfte der Verlängerung war es auf einmal wieder Nürnberg, das den Ton angab und so zu hochkarätigen Chancen durch Drmic und Frantz kam. Sandhausen war weiter sehr engagiert, bemüht und auch physisch noch auf dem Damm, konnte sich jedoch keine nennenswerten Chancen herausspielen.
In der zweiten Hälfte der Verlängerung hatten die Sandhäuser wieder spielerisches Übergewicht, da diese aber nicht in der Lage waren, ihre Konter zu Ende zu spielen, fand die Partie auch nach 120 Minuten keinen Sieger, gleichbedeutend mit einem Elfmeterschießen. 
Alle Augen waren jetzt auf Riemann gerichtet und aus dem Sandhäuser Fanblock schallten Anfeuerungssprechchöre. 
„Ich habe keinen Zettel gehabt, sondern mich einfach auf mein Gefühl verlassen,“ schilderte Riemann nach dem Spiel seine Elfmeterschießen-Taktik. Auf sein Gefühl sollte Riemann im Leben wohl öfter hören, denn er hielt die eigentlich nicht schwach geschossenen Elfmeter von Balitsch und Plattenhardt und behauptete später sogar: „Ich hätte eigentlich alle vier halten können, ich war immer in der richtigen Ecke.“

Trainer Alois Schwartz wirkte überglücklich über diesen unverhofften Sieg: „In den ersten beiden Ligaspielen haben wir viel gesät, aber nichts geerntet. Jetzt haben wir uns belohnt.“ Das Manko des Torabschlusses bleibt aber trotz des Sieges weiter bestehen, davor verschließt auch Schwartz nicht die Augen. Seine Mannschaft müsse vor dem Tor noch „cleverer und kaltschnäuziger“ werden, er sei aber „zuversichtlich“ und man wolle „den Schwung mitnehmen,“ in den Ligaalltag. Dort empfängt der SVS am nächsten Sonntag Energie Cottbus. Zwei Matchwinner werden dann wahrscheinlich wieder in der Startelf stehen: Manuel Riemann und Marco Thiede. Der junge Neuzugang aus Augsburg bekam viel Lob von Schwartz: „Thiede hat gut gearbeitet und sich auch heute stetig gesteigert. Er wurde immer frecher.“

Alles in allem kann man von einem doppelten Déjà-vu an diesem Abend sprechen: Der SV Sandhausen schreibt wie vor achtzehn Jahren Geschichte, indem er als Underdog einen Erstligisten im Elfmeterschießen aus dem Pokal wirft und Manuel Riemann hält, wie schon 2007 gegen Bayern München, zwei Elfmeter. Damals verwandelte Riemann sogar selbst einen - gegen Oliver Kahn. Auf die Frage, wer der fünfte Schütze gewesen wäre, antwortete Schwartz: „Riemann.“ Zu dieser Wiederholung kam es dann aber nicht.


Sandhausen: Riemann - Schauerte, Kister, Schulz, Achenbach - Zimmermann, Kulovits (7. Linsmayer) - Klotz, Thiede, Knoll (70. Löning) - Jovanovic (79. Blum).
Nürnberg: Schäfer - Chandler, Nilsson, Pogatetz, Pinola (113. Plattenhardt) - Balitsch - Kiyotake, Gehart (68. Frantz), Feulner, Mak (88. Drmic) - Ginczek.
Schiedsrichter: Grudzinski (Hamburg)
Zuschauer: 7300
Tore: 0:1 Ginczek (27.), 1:1 Schauerte (58., Foulelfmeter). 
Elfmeterschießen: 1:2 Kiyotake, 2:2 Schauerte, Riemann hält gegen Balitsch, 3:2 Löning, 3:3 Ginczek, 4:3 Achenbach, 4:4 Nilsson, 5:4 Blum, Riemann hält gegen Plattenhardt. 

Freitag, 2. August 2013

Interview mit clubfans-united.de vor dem DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Nürnberg

Anfang der Woche wurde ich von der Nürnberger Fanseite Clubfans-United angeschrieben, ob ich denn bereit sei, vor dem anstehenden DFB-Pokalspiel ihres FCN in Sandhausen, ein Interview mit ihnen zu führen. Folgendes ist dabei entstanden. Viel Spaß beim lesen!
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[Clubfans United] Hallo Julian! Schön, dass wir auch bei so einem kleinen Klub wie dem SV Sandhausen einen Interview-Partner aus der Fanszene gefunden haben. Wenn wir richtig recherchiert haben, schreibst Du aber auf Deinem Blog gar nicht mehr so viel und hast die Berichterstattung über den SV Sandhausen auf Deine Facebook Seite verlegt. Warum ist das so?
[Julian] Hallo Stefan, der Schein trügt. Im letzten halben Jahr war ich sehr mit meinem Abitur beschäftigt, deswegen musste ich die Berichterstattung auf meinem Blog leider etwas zurückschrauben, weil sie zu viel Zeit in Anspruch genommen hat. In der neuen Saison werden aber wieder regelmäßig Artikel veröffentlicht.
[Clubfans United] Was macht den SV Sandhausen so besonders?
[Julian] Ich weiß nicht, wie es für andere ist, aber für mich sind es vor allem die Menschen, das Umfeld, die Mentalität, die Ruhe und die Nostalgie. Ich selbst komme nicht aus Sandhausen, sondern aus Heidelberg. Als mich mein Opa vor ca. 7 Jahren das erste Mal auf ein Spiel mitnahm, hab ich mich sofort verliebt und sogleich heimisch gefühlt, in diesem kleinen, schmucken Stadion, mitten im Wald. Die Menschen sind hier aufgeschlossener als in der Stadt (Heidelberg) und in unserem Stadion finden sich größtenteils noch einfache Leute und keine Anzugträger, die in ihrer Loge sitzen und sich nicht im Ansatz für Fußball interessieren. Ich glaube, hier gibt es noch diese alte Atmosphäre bei Fußballspielen, die aus einer Zeit stammt, als der Fußball noch nicht kommerzialisiert war. Durch die sportlichen Erfolge in den letzten Jahren gibt es aber auch hier eine Entwicklung davon weg.
[Clubfans United] Dem SV Sandhausen und dem 1. FC Nürnberg verbindet spontan eine Gemeinsamkeit. Beide Vereine profitierten in ihrer Geschichte von Lizenzentzügen anderer Vereine. In der Saison 94/95 blieb der Club dank des Lizenzentzugs von Dynamo Dresden in der zweiten Liga. Für uns Fans war das damals wie Geburtstag und Weihnachten zusammen. Im darauf folgenden Jahr stieg man aber sang- und klanglos in die Regionalliga ab. Wie fühlt sich der überraschende Ligaverbleib in Sandhausen an und wie zuversichtlich ist man, dass einem nicht das gleiche Schicksal wie dem 1. FC Nürnberg ereilt?
[Julian] Klar ist: Wir haben eine richtig miese erste Zweitligasaison gespielt und hätten verdient absteigen müssen. Dann kam der plötzliche Lizenzentzug – eine Riesensache, wir haben unverhofft eine zweite Chance erhalten. Natürlich ist die Freude sehr groß, aber es tut mir auch für einen Traditionsverein wie den MSV Duisburg sehr leid. Dass uns das gleiche Schicksal wie Nürnberg ereilt, kann durchaus sein, davor haben, glaube ich, auch die Verantwortlichen etwas Angst. Nicht anders ist die Flut von 16 Neuzugängen zu erklären. Ob das gut geht – ich hoffe es, zumindest wurde diesmal sehr viel Qualität und auch Erfahrung verpflichtet. Es wäre schön, wenn der Klassenerhalt diesmal sportlich gelingen würde.
[Clubfans United] In der näheren Umgebung von Sandhausen liegen mit Karlsruhe, Kaiserslautern, Frankfurt, Stuttgart und Hoffenheim (leider!) fünf etablierte Profiklubs. Keine guten Bedingungen für einen kleinen Verein wie den SV Sandhausen. Welche Auswirkungen hat dies auf die Fanszene des SVS und bestehen Sympathien zu den anderen Vereinen in der näheren Umgebung? Immerhin liegt Sandhausen im Regierungsbezirk Karlsruhe und im Rhein-Neckar Kreis.
[Julian] Ja, die großen Traditionsvereine in unsere näheren Umgebung machen uns natürlich zu schaffen, nicht umsonst haben wir den schlechtesten Zuschauerschnitt der 2. Bundesliga. In den letzten Jahren entwickelt sich da aber was. Die Fanszene wächst stetig und auch die Freundschaft mit den Fans des VfR Aalen tut uns sehr gut. In der Vergangenheit hatten die aktiven Fans immer wieder mit Stadionverboten zu kämpfen, was bei solch einer kleinen Zahl verheerende Auswirkungen hatte. Jetzt ist eine junge Generation nachgekommen und ich bin recht zuversichtlich, was die Zukunft der Fanszene in Sandhausen betrifft. Zu den Sympathien: Die gibt es eher weniger. Gerade Hoffenheim ist uns Sandhäusern (es heißt nicht Sandhausener!) ein Dorn im Auge. Seit Jahren wird auf den Tag gewartet, an dem es heißt: Sandhausen gegen Hoffenheim. Danach sehnen sich alle im kleinen Sandhausen: Den mit unerschöpflichem Reichtum ausgestatteten Retortenklub aus dem Kraichgau in die Schranken zu weisen.
[Clubfans United] Der SV Sandhausen war schon 2x Deutscher Amateurmeister, ein Dutzend mal Badischer Pokalsieger und Teilnehmer am DFB-Pokal. Warum hat es erst so spät mit dem Aufstieg in die zweite Liga geklappt?
[Julian] Sandhausen spielte jahrelang viertklassig, in der Oberliga Baden-Würtemberg. Die Sandhäuser wurden von der Presse schon spöttisch als “die Unaufsteigbaren” bezeichnet, weil man oft am Aufstieg in die drittklassige Regionalliga scheiterte. Der Aufstieg gelang dann endlich im Jahre 2007. Von da ab ging es steil aufwärts. Erst meisterte man noch im gleichen Jahr die Qualifikation zur eingleisigen 3. Liga und dann gelang im letzten Jahr sogar der Aufstieg ins Unterhaus des Deutschen Fußballs. Der SV Sandhausen ist im Profifußball angekommen und ich bin sehr stolz darauf. Warum es so lange gedauert hat? Ich weiß es nicht. Vielleicht weil professionelles Wirtschaften seine Zeit braucht. Wir hatten (zum Glück) keinen “Sponsor”, der uns mit seinem Geld mal eben mit Raketenantrieb in den Profifußball katapultiert hat. Herrn Hopp hatte es übrigens sogar versucht. 2005 wollte er einen Fusionsklub aus Hoffenheim, Walldorf und Sandhausen schaffen. Dieser neue Verein sollte dann den Namen FC Kurpfalz Heidelberg haben. Der Knackpunkt: Der SV Sandhausen sollte nur als Farmteam herhalten und unser stolzer Präsident Jürgen Machmeier sah das unter keinen Umständen ein. Vielleicht war dieser Drang nach Eingenständigkeit auch die Initialzündung, denn der Aufstieg folgte bekanntlich nur ein Jahr später…
[Clubfans United] In eurem Kader steht für uns Clubfans ein alter bekannter, Nicky Adler. In Nürnberg kam er über den Status “ewiges Talent” nicht hinaus, wie sieht das in Sandhausen aus?
[Julian] Nicky Adler ist schnell, kämpferisch und gibt immer alles auf den Platz. Das sind Eigenschaften, die ich an Fußballern sehr schätze. An seiner Technik muss er allerdings noch etwas feilen. Oftmals kommen seine Flanken nicht an. Allerdings muss man dazu sagen, dass er letzte Saison auch lange verletzt war, sonst hätte er wahrscheinlich auch öfter als vierzehn Mal gespielt. Er muss sich diese Saison auf jeden Fall beweisen. Am vergangenen Wochenende gegen Aue spielte er von Anfang an, allerdings völlig ungewohnt auf der Zehnerpositionen. Es war ihm sichtlich anzumerken, dass er da nie spielt…Ich traue ihm aber sehr viel zu, vorausgesetzt er bleibt dieses Jahr gesund.
[Clubfans United] Was wird den 1. FC Nürnberg in Sandhausen erwarten?
[Julian] Das wunderschöne, alte Hardtwaldstadion, nette Menschen, ein hoffentlich nicht einseitiges Spiel und mögliche große Wartezeiten an den Verpflegungshäuschen. Der Verein war in der Sommerpause der Meinung, dass man einen neuen Caterer einstellen und der Wirtin des Hardtwaldrestaurants, Ingrid, diese Aufgabe wegnehmen müsse. Ein wohl fataler Fehler. Schon beim Spiel gegen Aalen kam es massenhaft zu Staus an den Ständen. Davor hat das immer geklappt, leider auch ein Teil vom Fluch des Erfolgs.
[Clubfans United] Wir danken für das Interview und wünschen ein gutes Spiel!
[Julian] Danke, ebenfalls. Genießt euren Besuch!

Das Interview gibt es auch auf Clubfans-United zu lesen!

Sonntag, 31. Juli 2011

DFB-Pokal: SV Sandhausen - Borussia Dortmund 30.07.11 | 0:3

Der Traum vom Pokal-Wunder ist geplatzt. Der SV Sandhausen verliert am, mit 11300 Zuschauern, ausverkauften Hardtwald mit 0:3 gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund. Dortmund war in diesem Spiel dem SVS drückend überlegen und glänzte zwischenzeitlich sogar mit Zauberfußball (z.B. das 0:2 durch Kagawa). Trotzdem herrschte nach dieser Niederlage immernoch eine gute Stimmung am Hardtwald. Auch die Fans gaben alles: Zeigten eine Choreo am Anfang des Spiels und supporteten ihren Verein über 90 Minuten. Natürlich waren die Dortmunder um einiges lauter, bei Menge an supportenden Fans aber nichts überraschendes.

Rückblick:


Ungefähr eineinhalb Monate ist es nun her, dass Frauen-Nationalspielerin Célia Okoyino da Mbabi dem SV Sandhausen den Deutschen Meister Borussia Dortmund zugelost hat. Seitdem herrschte Ausnahmezustand am Hardtwald. Es wurden u.a. zwei Zusatztribünen aufgebaut um die Stadionkapazität zu erhöhen und so mehr Menschen die Möglichkeit zu bieten diesen Pokalhit live mitzuerleben.

Das Spiel:


Gestern war es dann soweit: Der Tag des Spiels war gekommen. Schon um 17:00 Uhr war Stadioneinlass, um 18:30 Uhr, also eine Stunde vor Spielbeginn, war das Stadion schon sehr stark gefüllt. Dann wurden auch die Mannschaftsaufstellung bekannt gegeben: Gerd Dais würde seine Startformation  zum Aalen-Spiel auf zwei Positionen verändern. Für den Ex-Dortmunder Kandziora und den verletzten Glibo würden Halfar und Dorn von Anfang an spielen.
Dortmund ohne Schmelzer und Barios, mit Kehl, Gündogan und Löwe, der den verletzten Schmelzer vertreten würde, in der Anfangself.

Dann, um 19:30 Uhr ging es los. Auf der "neuen" Tribüne wurden von den Fans eine Papp-Choreo vorbereitet, die allerdings etwas misslang, da einige Fans ihre Papptafeln nicht richtig hochhielten. Im aktiven Fanblock dann eine Choreo mit dem SVS-Wappen in der Mitte, schwarz-weiße Streifen links und rechts und dazwischen noch schwarze und weiße Fahnen.


Der Ball rollte und Dortmund gleich mit offensiven und engagierten Spielbeginn. Es wurde gleich klar: Dortmund würde dieses Pokalspiel nicht wie die der letzten Jahre auf die leichte Schulter nehmen (man war gegen die Drittligisten Offenbach und Osnabrück ausgeschieden). Dortmund immer wieder mit langen Ballstafetten über Götze, aber vor allem über Kagawa. Der SVS beschränkte sich nur aufs Verteidigen. So geschah es schon nach 10 Minuten: Kagawa hebelte mit einem schönen Pass auf den sich lösenden Lewandowski die komplette SVS-Abwehr aus. Lewandowski drückte dann alleinstehend vor Ischdonat den Ball ins linke, untere Eck. Nach dem Führungstor wurde der BVB immer drückender überlegen. Doch Chancen durch Lewandowski (13. + 42.), Gündogan (29.) und Götze (34.) wurden nicht zu einem zweiten Tor genutzt. In der ersten Hälfte also nichts als "Einbahnstraßenfußball": Dortmund stürmte und rannte gegen das Abwehrbollwerk der Sandhäuser an.

Nach der Pause wurde dann Rohracker für den gelbverwarnten Öztürk ins Spiel gebracht. Etwas mehr Offensive musst her. So wenige Minuten nach Wiederanpfiff: Blum, der neben Ischdonat bester Sandhäuser an diesem Tag war, rennt über die linke Seite und flankt in die Mitte, Ulm und Dorn verpassen nur knapp. Trotzdem der BVB weiter die spielbestimmende Mannschaft. Kurz nach der Sandhäuser Doppelchance scheitert auf der anderen Seite Kagawa an Ischdonat. Kurze Zeit später in der 56. Minute macht er es dann besser: Kagawa passte den Ball vor dem Strafraum zu Neuzugang Gündogan, der ihn mit einem Zuckerpass per Außenrist wieder auf den Japaner auflegte. Kagawa dann mit einem Traumtor ins rechte, obere Eck - keine Chance für Ischdonat. Sandhausen auch nach dem 0:2 weiter bemüht in der Offensive, doch so kamen die Dortmunder durch einige Konter zu guten Möglichkeiten. Immer wieder Lewandkowski, Gündogan und vor allem Kagawa vergaben gute Möglichkeiten. Sogar Löwe durfte mal ran, doch Ischdonat parierte dessen Distanzschuss. In der 90. Minute dann doch noch das 0:3: Perisic läuft über die linke Seite und flankt in die Mitte, Daniel Schulz tritt über den Ball und bedient so unfreiwillig Lewandowski, der locker einschiebt. So blieb es bei diesem Ergebnis.


Kommentar:


Das war leider zu wenig um gegen den Deutschen Meister bestehen zu können. Vor allem in der ersten Hälfte war die "Bollwerktaktik" nicht sehr klug. Man hat in so einem Spiel nichts zu verlieren und gegen eine sehr schnell, von Offensive auf Defensive und andersrum, umschaltende Dortmunder Mannschaft, konnte man auch nicht auf gute Kontermöglichkeiten hoffen. Auch hatte man das Gefühl, dass der SVS, zumindest in Hälfte eins, den Dortmundern zu viel Respekt zollte. Doch auf ein Pokal-Wunder war an diesem Tag sowieso nicht zu hoffen. Die Dortmunder einfach zu konzentriert, wegen ihrem Ausscheiden der letzten Jahre gegen unterklassige Gegner, und so eigentlich ohne Fehler in der Defenive. Offensiv machten uns vor allem Lewandowski, Gündogan und allen voran Kagawa zu schaffen, der mit Abstand der beste Mann auf dem Platz war. Auf Sandhäuser Seiten war für mich Blum der Beste, der wenigstens etwas offensiv leisten konnte. Aber auch die Hereinnahmen von Rohracker und Blacha wirkten sich positiv auf das SVS-Spiel aus. Alles in allem kann man sich nicht beschweren, da wir gegen den Deutschen Meister sowieso der krasse Außenseiter waren. Sehr erfreulich waren an diesem Tag die Sandhäuser (und auch Aalener) Fans, die den SVS über die gesamte Spielzeit anfeuerten. Die Partie bleibt trotz der Niederlage ein toller Erlebnis
Jetzt jedoch heißt es sich wieder auf den Drittliga-Alltag zu konzentrieren. Schon am Mittwoch steht die erste Auswärtspartie gegen die Offenbacher Kickers an. Dort muss der Sportverein an die ordentliche Leistung im Auftaktspiel gegen den VFR Aalen anknüpfen.

Klaviertransport Dortmund
SV Sandhausen: Ischdonat - Busch, Pischorn, Schulz, Halfar - Danneberg - Öztürk (46. Rohracker), Lönig, Ulm (66. Blacha), Blum (78. Kandziora) - Dorn
Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Löwe - Kehl, Gündogan - Götze (70. Kuba), Kagawa (85. Leitner), Großkreutz (71. Perisic ) - Lewandowski

Tore: 0:1 Lewandowski (10.), 0:2 Kagawa (56.), 0:3 Lewandowski (90.).

Schiedsrichter: Tobias Christ (Münchweiler)

Gelbe Karten: Öztürk, Löning
Zuschauer: 11.300 (ausverkauft)



Samstag, 11. Juni 2011

Ein sensationelles Los für den SV Sandhausen

Sandhausen. Am heutigen Samstag wurde in der 18 Uhr Sportschau der ARD die 1. Runde des DFB-Pokals per Los festgelegt. Die Spannung im SVS-Clubhaus war deutlich spürbar - ein Großteil wünschte sich die TSG 1899 Hoffenheim als Gegner. Als Hoffenheim gegen Germania Windeck gezogen wurde und somit als möglicher Gegner ausschied, machte sich erst eine große Enttäuschung bei einigen breit. Ein Los später jedoch: Der SV Sandhausen. Gegner: Borussia Dortmund. Der amtierende Deutsche Meister Borussia Dortmund wird zwischen dem 29. Juli und dem 1. August an den Hardtwald kommen! Unbeschreiblicher Jubel herrschte danach im Clubhaus und alle, auch die die auf Hoffenheim gehofft hatten, waren nun mit diesem Traumlos mehr als zufrieden.

Der Hardtwald wird am letzten Juli-Wochenende ausverkauft sein, hoffentlich auch zu großen Teilen durch Sandhäuser, die ihren Heimatverein unterstützen. Denn wie schon sehr viele Beispiele gezeigt haben: Im Pokal ist alles möglich. Bestes Beispiel: Unser SVS im Jahr 1995, als man die Bundesliga-Mannschaft des VFB Stuttgart im Elfmeterschießen schlug (damals noch als Viertligist). Auf geht's SV kämpfen uns siegen!