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Montag, 3. September 2012

Erste Niederlage der Saison am Millerntor [St. Pauli - SVS 2:1]

"Wir haben uns nach dem Rückstand aufgerappelt, diese Niederlage wirft uns nicht um, hier werden noch ganz andere Mannschaften Punkte lassen", erklärte Trainer Gerd Dais nach dem Spiel. Auch Präsident Jürgen Machmeier wollte der 1:2-Niederlage seiner Mannschaft am Millerntor an diesem Tage nur positives abgewinnen: "Eine größere Anerkennung als die, mit Applaus verabschiedet zu werden gibt es nicht". Der Beifall der Hamburger Zuschauer war tatsächlich nicht einfach nur menschliche Höflichkeit. Er war eine Würdigung des couragierten Auftritts, den der Aufsteiger aus dem kleinen Sandhausen an diesem Fußballnachmittag gezeigt hat. Nichtsdestotrotz reichte es nicht gegen stark aufspielende Paulianer, die nun also, am 4. Spieltag, ihre Aufstiegsambitionen auch sportlich bestätigten.

Zu Beginn sah es jedoch ganz und gar nicht nach einem Sieg der Hamburger aus. Sandhausen-Kapitän Frank Löning hatte zweimal (3. und 6.) die Möglichkeit sein Team in Front zu bringen, jedoch gingen seine beiden Kopfballmöglichkeiten über bzw. neben das Tor. Sandhausen war in der Anfangsphase die zielstrebigere Mannschaft mit mehr Zug zum Tor, doch nachdem Löning seine beiden Möglichkeiten bereits vergeben hatte, machte es Nico Klotz ebenfalls nicht besser (20.).
Je länger die Partie dauerte, desto besser kam St. Pauli ins Spiel und desto mehr Druck wurde auf das Sandhäuser Tor ausgeübt. Wenige Sekunden bevor es in die Halbzeitpause ging, war es Markus Thorandt, der nur die Querlatte traf. Doch mittlerweile hatten die Paulianer das Heft an sich gerissen, sie machten jetzt das Spiel und aus Sandhäuser Sicht konnte man als Fußballkenner schon böses ahnen.


Mit dem Anpfiff zu Hälfte zwei ging es so weiter, wie die erste Halbzeit geendet hatte: Mit einer Tormöglichkeit für die Gastgeber. Doch Daniel Ischdonat, der mal wieder einen unglaublich guten Tag erwischte, vereitelte erst gegen Fin Bartels, der gänzlich unbedrängt auf ihn zugerannt kam, dann bewahrte er Ruhe, als Ebbers noch versuchte nachzustochern. Obwohl die Sandhäuser diszipliniert in der Defensive standen kam die Heimmannschaft zu einer Fülle von Chancen, die entweder Daniel Ischdonat vereitelte, oder einer der Sandhäuser Abwehrspieler. So schafften es auch Kalla (54.) und Bruns (65.) nicht das mittlerweile hochverdiente Führungstor zu erzielen.
Dieses fiel dann aber in der 71. Minute, weil Ischdonat diesmal geschickt aus dem Spiel genommen wurde. Beim Nachschuss von Fin Bartels, der von der Strafraumgrenze aus abzog, war Ischdonat die Sicht versperrt, so dass er bei diesem Schuss gar nicht reagieren konnte.
Doch nach diesem Rückschlag gaben die Gäste aus Sandhausen natürlich noch nicht auf. So gelingt Nico Klotz nur drei Minuten später das Ausgleichstor, indem er an Pauli-Torwart Tschauner vorbeiläuft und einschiebt - das dachten zumindest alle im Stadion, bevor der Linienrichter doch noch seine Fahne hob und nachträglich auf Abseits entschied. Eine fragwürdige Entscheidung und ganz bitter für die Sandhäuser, die schon am Feiern waren. Statt des Ausgleichtreffers setzte es in der 76. Minute das zweite Gegentor für die Gäste durch Ebbers, der alleine auf Ischdonat zugelaufen kam und diesem keine Chance ließ.

In der 83. Minute war es dann Marco Pischorn, der nach einer Ecke von Julian Schauerte, die Partie nochmal spannend machte, indem er den Ball per Kopf an die Unterkante der Latte setzte, von wo er hinter die Torlinie sprang.
Doch der Anschlusstreffer kam zu spät, es blieb am Ende bei 2:1-Heimerfolg für St. Pauli, und das ging schon in Ordnung so. Nach dem Spiel gab es dann nochmal emotionale Momente, denn der jahrelange St. Pauli-Kapitän und jetzige SVS-Spieler Fabio Morena drehte eine zusätzliche Ehrenrunde durch das mit 21.045 Zuschauern ausverkaufte Stadion und wurde von allen bejubelt. Danach gab er zu: "Das war sehr emotional, es sind schon ein paar Tränen geflossen".
Jetzt gibt es erstmal die zweiwöchige Länderspielpause, danach muss der SV Sandhausen zu Hause gegen Dynamo Dresden antreten. Gegen den aufstrebenden Ostklub möchte man möglichst an das vorige Heimspiel gegen Union Berlin (2:0) anknüpfen, denn, wie hatte es Dais nach dem Spiel ausgedrückt: "Diese Niederlage wirft uns nicht um".
Nach diesem starken Auftritt besteht deswegen auch kein Grund zur Sorge.



St. Pauli: Tschauner - Avevor, Mohr, Thorandt, Kalla - Boll, Daube (80. Funk) - Bartels, Bruns - Saglik (90. +1 Schlachten), Ebbers (85. Ginczek).

SV Sandhausen: Ischdonat - Schauerte, Pischorn, Schulz, Achenbach - Morena - Klotz, Fießer (80. Blacha), Tüting (80. Ulm), Halfar (75. Wooten) - Löning

Gelbe Karten: / - Morena, Achenbach

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)

Tore: 1:0 Bartels (71.), 2:0 Ebbers (76.), 2:1 Pischorn (83.)

Zuschauer: 21.045


Montag, 15. August 2011

4. Spieltag: SpVgg Unterhaching - SV Sandhausen 13.08.11 | 2:2

"Wir haben es versäumt, nach der Führung nachzulegen", so SVS-Trainer Gerd Dais nach dem Spiel. Der SV Sandhausen drehte einen Rückstand aus der 12. Minute und führte so nach 30 Minuten mit 2:1. Dann verpasste man es jedoch, aus den vielen Chancen Kapital zu schlagen. Am Ende musste man mit dem Unentschieden in Unterhaching zufrieden sein, denn die Spielvereinigung war in Hälfte 2 das klar bessere Team und Daniel Ischdonat verhinderte mehrfach das Siegtor für die Heimmannschaft.

Zum Spiel:


In der Startformation bei den Sandhäusern gab es eine Veränderung: Der wieder genesene Glibo durfte für Schauerte spielen, Löning bildete die einzige Spitze, Dorn saß auf der Bank.

Die Hachinger kamen besser ins Spiel, hatten mehr Ballbesitz, zeigten mehr Offensivdrang als der SVS in der Anfangsphase. So fiel auch schon nach zwölf Minuten das Führungstor für die Hausherren durch Tunjic, nach starkem Kombinationsspiel, vor dem Strafraum der Sandhäuser. Es dauerte jedoch nur zwei Minuten bis der SVS auf das Gegentor antwortete: Nach einem klasse Pass von  Danneberg aus dem Mittelfeld, vollendet Kapitän Frank Löning freistehend vor Haching-Torhüter Riederer. In der Folgezeit gab es wenig Torchancen, zwei Mannschaften spielten auf Augenhöhe. In der 30. Minute dann jedoch das 2:1 durch Innenverteidiger Daniel Schulz nach Ecke von David Ulm. Der SVS hatte das Spiel gedreht. Danny Blum hatte dann vor der Pause sogar noch die Chance die Führung auszubauen, verstolperte aber trotz keinerlei Bedrängnis vor dem Tor. Haching nach einem Freistoß in der 41. Minute auch nochmal gefährlich, Daniel Ischdonat parierte jedoch. So ging es mit einer Sandhäuser Führung in Unterhaching in die Halbzeitpause.

Sandhausen kommt gut aus der Halbzeitpause zurück und hat dann auch gleich die erste Chance durch den heute gut spielenden Löning, Riederer pariert jedoch. Der SVS kontrolliert das Spiel, leistet sich aber auch viel Fehler in der Defensive: Niederlechner scheitert nur knapp vor dem Tor. Die Sandhäuser in der Folge mit Chancen durch Rohracker und zweimal durch Löning. Ab der 60. Minute gaben sie das Spiel aber langsam aus der Hand. Die Hachinger mit immer mehr Standards vor dem Tor der Gäste. So war es Ziegler in der 67. Minute, der nach einem Freistoß zum Ausgleich vollendete. Die Hachinger jetzt mit starkem Offensivdrang und Chancen am Fließband, die Daniel Ischdonat jedoch alle vereitelte. Die Abwehr geriet stark ins Schlingern und der Sportverein hatte Glück, dass er nicht noch das Spiel verlor. So bleibt es beim Unentschieden, mit dem der SV Sandhausen nach der chaotischen Schlussphase mehr als zufrieden sein kann.

Kommentar:


Zuerst einmal bin ich nach dieser Schlussphase, in der die Hachinger drückend überlegen waren, heilfroh über den einen Punkt. Der SVS steht auf Platz 5 der Tabelle und lieferte bis zur 65. Minute ein klasse Spiel ab. Jedoch hätte man vorher die Führung ausbauen müssen, hatte auch genügen Möglichkeiten dazu, dies versäumte man mal wieder - Stichwort Chancenverwertung. Morgen bereits geht es gegen das angeschlagene Bielefeld - ein Dreier sollte auf jedenfall drin sein. Angeschlagene Gegner sind jedoch auch nicht zu unterschätzen.


SpVgg Unterhaching: Riederer - Schwabl, Ziegler, Winkler, Stegmayer - Avdic, Sternisko, Thiel, Bigalke (84. Kanca) - Niederlechner, Tunjic


SV Sandhausen: Ischdonat - Busch, Schulz (84. Schauerte), Pischorn, Halfar - Glibo - Rohracker, Danneberg, Ulm (76. Blacha), Blum (68. Kandziora) - Löning
Gelbe Karten: Schwabl, Sternisko - Pischorn, Schulz, Rohracker.
Tore: 1:0 Tunjic (12.), 1:1 Löning (14.), 1:2 Schulz (30.), 2:2 Ziegler (67.)
Zuschauer: 1650
Schiedsrichter: Aarnink (Nordhorn)