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Samstag, 19. Oktober 2013

Kein Sieger im Abstiegsduell - Sandhausen aber noch im Soll [SVS - Dresden 0:0]

Von einem „richtungsweisendes Spiel“ sprach SVS-Präsident Jürgen Machmeier vor der Partie gegen den Konkurrenten im Abstiegskampf, Dynamo Dresden. Nachdem 90 Minuten gespielt waren lautete das Fazit von Kapitän Frank Löning: „Wir müssen mit dem Punkt leben und haben heute immerhin Dresden auf Distanz gehalten.“ Es geht also weder in die eine noch in die andere Richtung, denn keinem der beiden Teams gelang es, das Spielgerät im gegnerischen Tor unterzubringen. Trotzdem kann man Mittelfeldspieler Denis Linsmayer durchaus zustimmen, wenn er das Spiel als „ein 0:0 der besseren Sorte“ bezeichnet, denn das Manko an diesem Samstagnachmittag war auf beiden Seiten vor allem die Chancenverwertung, beide Offensivreihen ließen eine Vielzahl an hochkarätigen Möglichkeiten liegen.

Bei sonnigem Wetter und milden Temperaturen hatten sich 6500 Zuschauer im Hardtwaldstadion eingefunden, von denen gut 2-3000 der Dynamo aus Dresden die Daumen drückten und sich von Beginn an lautstark bemerkbar machten.
Nach dem „Phantomtor von Hoffenheim“, bei dem am Freitagabend der Kopfball von Bayer-Spieler Stefan Kießling neben das Tor ging, von dort durch ein Loch im Tornetz aber doch noch im Kasten landete und vom Schiedsrichter als regulärer Treffer gezählt wurde, richteten sich die Augen vor dem Anpfiff auf den Schiedsrichter der bevorstehenden Zweitligapartie. Christian Leicher kam jedoch ordnungsgemäß seiner Pflicht nach und konnte bei den beiden Toren im Hardtwaldstadion keinerlei Löcher in den Netzen ausmachen.

Quelle: freiepresse.de
In Berlin ließ Sandhausens Trainer Alois Schwartz noch im altbewährten 4-2-3-1-System spielen, gegen Dresden sollte es offensiver zugehen. Löning stand für Ulm in der Startelf.
Mit zwei Spitzen wollten die zu Hause noch ungeschlagenen Sandhäuser also ihre Heimbilanz weiter ausbauen und hatten bereits nach zwei Minuten die erste Chance durch Achenbach, der einen Freistoß von rechts direkt aufs Tor brachte und so Dynamo-Keeper Kirsten ein erstes Mal prüfte. Wenige Minuten später hatte Stiefler sogar nur noch Kirsten vor sich, an dem es aber kein Vorbeikommen gab.
Dresden kam danach besser ins Spiel und es entwickelte sich ein munteres Hin und Her, mit vielen Chancen auf beiden Seiten. Der sehr präsente Ouali hatte nach knapp einer Viertelstunde die Führung für die Gäste auf dem Fuß, schob den Ball aber völlig unbedrängt am Sandhäuser Tor vorbei, was Bürgermeister Kletti erleichtert mit den Worten „zum Glück sind die so blöd“ kommentierte. „Blöd“ waren aber auch die Sandhäuser, oder Kirsten im Tor der Sachsen so stark. Sowohl Linsmayers Kopfball als auch Stieflers Nachschuss hielt der 26-Jährige nach knapp einer halben Stunde in überragender Manier. Poté (31.) und Ouali (44.) hatte in der Folge weitere hochkarätige Chancen, die jedoch beide nicht genutzt wurden.

1asport.de
Auch in der zweiten Halbzeit boten sich viele Räume auf beiden Seiten, kurz nach dem Anpfiff hatte Jovanovic Kirsten eigentlich schon überwunden, schoss dann aber aus spitzem Winkel ans Außennetz statt ins leere Tor. Nach fast einer Stunde donnerte der Ball dann gegen den rechten Innenpfosten des Sandhäuser Tors. Ouali hatte aus der Distanz geschossen. Weder die auf diese Aktion folgende viertelstündige Drangphase der Dresdner noch die Schlussoffensive der Sandhäuser brachten den Torerfolg in dieser Partie, auch die offensive Umstellung im Sandhäuser Mittelfeld, mit dem Wechsel Ulm für Kulovits, half dabei nicht.

Das Happy End, wie gegen Bochum, als Nicky Adler in der Nachspielzeit das Siegtor erzielte, blieb also diesmal aus. „Man kann nicht jedes Spiel in der 90. Minute gewinnen, wir müssen das Tor früher erzielen,“ erklärte Linsmayer unmittelbar nach dem Spiel. „Wir müssen mit dem Unentschieden leben, denn wir haben zu viele Chancen liegen gelassen,“ pflichtete Geschäftsführer Otmar Schork ihm bei. Doch auch die in dieser Saison sonst so stabile Defensive der Sandhäuser erwischte nicht gerade den besten Tag, was auch Schork nicht entgangen war: „Es ist zwar kein Tor gefallen, aber der Gegner hatte heute einige Chancen,“ kritisierte er. Auch Trainer Schwartz sah das ähnlich: „Wir standen heute zu breit, haben zu viel zugelassen.“
Trotzdem ist der Sandhäuser Trainer mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden: „Wir haben in 11 Spielen 11 Gegentore bekommen und 13 Punkte geholt - wir sind noch im Soll.“ Mit St. Pauli wartet am nächsten Wochenende aber der nächste schwere Gegner auf den SV Sandhausen.



Sandhausen: Riemann - Schauerte, Olajengbesi, Hübner, Achenbach - Linsmayer, Kulovits (67. Ulm) - Stiefler (78. Adler), Thiede (90. Blum) - Löning, Ranisav Jovanovic. - Trainer: Schwartz

Dresden: Kirsten - Schulz, Bregerie, Susac, Schuppan - Hartmann, Losilla - Koch, Ouali - Pote, Dedic (46. Aoudia). - Trainer: Janßen

Gelbe Karten: Hübner (3), Stiefler (4) - Pote (3), Losilla (2), Hartmann

Schiedsrichter: Christian Leicher (Landshut)



Samstag, 15. September 2012

Schiedsrichterentscheidung bringt Sandhausen um den Sieg [SVS - SGD 1:1]

Nach dem Spiel war niemand so richtig zufrieden. Gerd Dais sprach von einem "unglücklichen Unentschieden"- das dritte im fünften Spiel. Jürgen Machmeier erklärte, dass "es ärgerlich ist, wenn man für das Gegentor nichts kann".
Die Sandhäuser haderten schwer mit dem Schiedsrichter. "Er hat sich von der Kulisse beeinflussen lassen", wetterte Machmeier weiter und Pischorn bemerkte trocken: "Wir haben Pech gehabt". Die Rede ist vor allem von der Spielsituation, die dem Ausgleichstor des Dynamo-Spielers Anthony Losilla vorausgegangen war. Der Torschütze erkämpfte sich im Mittelfeld den Ball gegen Kristjan Glibo, konnte die Zweikämpfe gegen Marco Pischorn und Kim Falkenberg gewinnen und schoss alleine auf Daniel Ischdonat zulaufend zum Ausgleichstreffer ein. Die dem Tor vorausgegangenen Zweikämpfe gewann Losilla jedoch auf unfaire Weise, zumindest wenn man den Sandhäuser Stimmen nach dem Spiel Glauben schenken mag: "Glibo wurde umgehauen, mir wurde der Fuß weggezogen und Falkenberg bekam einen Ellenbogen ins Gesicht", beschwerte sich Marco Pischorn.

6400 Zuschauer hatten den Weg an den Hardtwald gefunden, wobei ca. 2000 davon Schlachtenbummler aus Dresden waren. Da Klotz, Adler, Danneberg und Riemann weiterhin verletzungsbedingt fehlten rückte Schauerte ins rechte Mittelfeld, für ihn durfte Falkenberg auf der Rechtsverteidigerposition von Beginn an ran. Der unter der Woche fragliche Löning, hatte sich von seinen Rückenproblemen erholt. Glibo als defensiver Mittelfeldspieler und Marcel Kandziora auf der linken Außenbahn waren neu im Team.
Eine Überraschung gab es auf der Gegenseite: Der eigentlich als verletzt gemeldete Dresdner Torjäger Mickael Poté, der in vier Ligaspielen bereits vier Tore erzielte, spielte von Beginn an.


Der ehemalige DDR-Meister aus Dresden begann mit hohem Tempo und versuchte immer wieder über das stark spielende Dreieck Trojan-Koch-Poté zum Torerfolg zu kommen, die Sandhäuser kamen zu Beginn nicht richtig ins Spiel. Auch hierfür hatte Pischorn eine Erklärung: "Wir haben uns vielleicht etwas von den Zuschauern beeindrucken lassen". Die Dresdner machten mit ihrem großen Anhang mächtig Krach im Hardtwaldstadion.
Es dauerte ca. 20 Minuten bis der SV Sandhausen im Spiel angekommen war: Jan Fießer versuchte es aus der Distanz und setzte seinen Schuss auf die Latte des Dresdner Gehäuses (26.). Das war ein "Wachrüttler" für die Sandhäuser, deren Offensivspiel zuvor von vielen Fehlpässen und Missverständnissen geprägt war.
Nach etwas mehr als einer halben Stunde fiel dann die Führung für die Hausherren: Falkenberg ließ durch seinen starken Antritt über die rechte Seite die Zuschauerherzen höher schlagen und Kapitän Frank Löning freute sich über die präzise Flanke seines Mitspielers, die er per Kopf zur Führung und zu seinem zweiten Saisontor im fünften Spiel verwertete.
Die Sandhäuser waren in der Folge die spielbestimmende Mannschaft und gingen mit einer hochverdienten Führung in die Halbzeitpause.

Fünf Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, da hatte Tüting die hundertprozentige Chance nach einem Achenbach-Eckball die Führung weiter auszubauen, doch sein Kopfball ging einige Zentimeter am rechten Pfosten vorbei.
Die Sandhäuser standen hinten sehr diszipliniert und gewannen vor allem im Mittelfeld immer wieder die wichtigen Zweikämpfe, weil sie mit mehr Biss als ihr Gegner in diese gingen und auch bei Ballverlust sofort nachsetzten, sich den Ball zurückerkämpften. Nach 55 Minuten fiel dann der "unglückliche Ausgleichstreffer" (Dais) für die Dresdner und die SGD war wieder im Spiel. Ermutigt durch den Ausgleich machten die Gäste in der Folge Dampf, ohne jedoch zu wirklich zwingenden Chancen zu kommen.
Nach etwas mehr als einer Stunde hatten die Sandhäuser dann wenigstens ein bisschen Glück. Falkenberg brachte als letzter Mann den starken Trojan zu Fall und sah dafür "nur" die Gelbe Karte.
Eine Viertelstunde vor Schluss durfte der Torschütze zum 1:0 dann raus, für Löning kam Neuzugang Kingsley Onuegbu, der sein Pflichtspieldebüt feierte. Es war das Zeichen zur Schlussoffensive von Sandhausen. Sie warfen jetzt alles nach vorne, doch weder Tütings Schuss (79.) noch Glibos Kopfball (86.) konnten die drei Punkte sichern. So blieb es beim 1:1-Unentschieden, obwohl die Hausherren die spielbestimmende Mannschaft mit den besseren Chancen an diesem Tag waren.

"Wir haben zwar unsere Heimstärke bewiesen, aber mit diesem Punkt kommen wir leider nicht voran. Wie die Spiele bisher gelaufen sind war zu wenig", resümierte Pischorn nach dem Schlusspfiff. Auch sein Trainer vertrat diese Meinung: "Nur mit Siegen kommt man weiter. Heute, in Köln und gegen Frankfurt wäre mehr drin gewesen". Nächste Woche in Paderborn bietet sich die nächste Möglichkeit dreifach zu Punkten.


SV Sandhausen: Ischdonat - Falkenberg (65. Blacha), Pischorn, Schulz, Achenbach - Glibo - Schauerte, Fießer, Tüting, Kandziora (84. Halfar) - Löning (74. Onuegbu)

Dynamo Dresden: Kirsten - Gueye, Brégerie, Thoelke, Schuppan (77. Subasic) - Jungwirth, Losilla - Jänicke (90.+2 Pepic), Koch, Trojan (89. Sliskovic) - Poté

Gelbe Karte: Falkenberg - Losilla

Tore: 1:0 Löning (32.), 1:1 Losilla (55.)

Zuschauer: 6400

Schiedsrichter: Benjamin Cortus