Posts mit dem Label Tüting werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Tüting werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 8. Dezember 2013

Fürther Kleeblätter nehmen „Festung Hardtwald“ ein [SVS - Fürth 1:3]

 Der SV Sandhausen verliert im 9. Heimspiel der Saison erstmals im heimischen Hardtwaldstadion 

„Jede Serie reißt irgendwann einmal. Es war klar, dass wir nicht die ganze Saison zuhause ungeschlagen bleiben würden,“ gab sich Sandhausens Trainer Alois Schwartz nach 1:3-Niederlage gegen Greuther Fürth relativ gelassen. Die Kleeblätter sind die erste Mannschaft in dieser Saison, die am Hardtwald gewinnen konnte. In den vorigen acht Heimspielen bissen sich die Gegner reihenweise die Zähne an den Mauern der „Festung Hardtwald“ aus, auch der große FC Kaiserslautern machte da keine Ausnahme (1:0). Rechtsverteidiger Julian Schauerte bemerkte enttäuscht: „Eine bittere Niederlage.“
Quelle: kicker.de
„Bitter“ weil die Hausherren in Schwarz und Weiß den besseren Start erwischten, durch Blum (13. Minute) bereits die Chance zur Führung hatten und diese dann nur wenige Minuten später (16.) in Person von „Sechser“ Tüting erzielten. Nach einem Eckstoß von Schauerte hatte Blum den Ball per Kopf verlängert und direkt zu Tüting gespielt, der nur noch einnicken musste. Der 27-Jährige traf innerhalb einer Woche schon zum zweiten Mal, hatte er doch am Mittwoch im Pokal in Frankfurt den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Sandhäuser erzielt. „Meine Hauptaufgabe ist nicht das Toreschießen, aber wenn ich hin und wieder mal eins erziele, habe ich da nichts gegen einzuwenden,“ gab der Torschütze verschmitzt zu. 
Nach der Führung versuchten die Sandhäuser die Räume eng zu machen, um zu verhindern, dass die Fürther zurück in Spiel finden würden. Das Vorhaben ging zunächst auf, was auch Gästetrainer Kramer nicht entgangen war: „Die Sandhäuser haben uns vor allem in der ersten Halbzeit das Leben schwergemacht, indem sie sehr präzise verteidigt haben.“
Nach etwas mehr als einer halben Stunde war dies allerdings nicht der Fall. Der Außenbahnspieler der Fürther, Robert Zillner, konnte völlig ungestört über die rechte Abwehrseite der Sandhäuser bis in den Strafraum der selbigen vordringen, über Stieber und Füllkrug landete das Spielgerät zum 1:1-Ausgleich im Tor der Gastgeber. Die Sandhäuser Hintermannschaft blieb dabei viel zu passiv und ließ sich von drei Fürthern ausspielen. Bis zur Pause passierte nicht mehr viel.

Quelle: rp-online.de
„Wir haben gut begonnen, in der zweiten Halbzeit haben zehn bis zwanzig Prozent gefehlt,“ analysierte Sandhausens Sportdirektor Otmar Schork. Die Fürther kamen besser aus der Kabine und schon sieben Minuten nach Wiederanpfiff fiel das 1:2 durch den Fürther Trinks. Zum Glück für die Sandhäuser erwies sich Florian Trinks als wahrer Sportsmann und gab gegenüber Schiedsrichter Dr. Jochen Drees zu, dass der Ball ihm zuvor an die Hand gesprungen war. Nur wenige Minuten nach dieser Fairplay-Geste brachte SVS-Verteidiger Schauerte Zillner im Strafraum zu Fall und Stieber verwandelte den fälligen Strafstoß zur Führung für die Gäste. Schauerte über Zillner: „Das hat er clever gemacht.“ Die Sandhäuser wirkten in der Folge verunsichert, Fürth lauerte auf Konter, die sich auch immer wieder ergaben und machte dann das Spiel schnell.
„Ich habe die Mannschaft gewarnt, dass Fürths Umkehrspiel enorm gut ist und wir uns deswegen in der Vorwärtsbewegung keine Fehler erlauben dürfen.“ Doch genau das erlaubten sich die Spieler. Was in der ersten Hälfte noch gut ging, klappte später gar nicht mehr. Die Sandhäuser produzierten zu viele Fehlpässe im Aufbauspiel, als dass sie den Fürthern an diesem Tag noch mal gefährlich hätten werden können.
Schwartz konstatierte: „Wir hatten nach dem Elfmeter nicht mehr die Kraft uns gegen die Niederlage zu stemmen, das lag vor allem an den schwierigen Spielen der letzten Wochen.“ Auch laut Tüting sei das Team in der zweiten Halbzeit zu müde gewesen.
Fürth spielte in der Schlussphase seine offensive Klasse aus und machte mit dem 3:1 durch Trinks den Deckel auf die Partie und damit auch auf die erste Sandhäuser Heimniederlage der Saison.
„Insgesamt wäre heute mehr drin gewesen, aber das müssen wir jetzt abhaken. Wir haben auch nicht gegen irgendeine Mannschaft gespielt, da muss man auch mal die Kirche im Dorf lassen,“ resümierte Tüting und richtet seine Worte auch an diejenigen, die nach den jüngsten Erfolgen anfingen, sogar vom Aufstieg zu träumen. Nach der Hinrunde stehen die Sandhäuser mit 23 Punkten auf Platz acht der Tabelle der 2. Bundesliga. „Letzte Saison hatten wir nach 34 Spielen 26 Punkte, jetzt haben wir nach der Hinrunde fast genauso viele. Hätte mir das einer vor der Saison gesagt, hätte ich das sofort unterschrieben,“ zeigte sich Schauerte überaus glücklich über die bisherige Saisonleistung. Neben einer guten Vorbereitung sei der Verein vor der Runde viel stärker zusammengewachsen. Deswegen stehe der SVS jetzt da, wo er steht.

Bis zur Winterpause haben die Sandhäuser nun noch zwei Partien zu bestreiten. Schork sprach von „zwei überaus wichtigen Spielen, da Aalen und Aue direkte Konkurrenten um den Klassenerhalt sind.“

Ob Frank Löning in diesen zwei Begegnungen noch sonderlich viel Einsatzzeit bekommen wird, ist nach dem heutigen Spiel sehr fraglich. Obwohl die Fans im Laufe der zweiten Halbzeit immer wieder den Namen des Kapitäns und früheren Torgaranten skandierten, wechselte Trainer Schwartz ihn erst zwölf Minuten vor Ende ein. Nach der Partie wollte er keine Interviews geben und ging wortlos von dannen. Auf die Frage, ob der Stürmer überhaupt noch eine Perspektive beim Sportverein habe, antwortete Schwartz trocken: „Er hat die gleiche Perspektive wie jeder andere auch.“ Die letzten Spiele hätten aber gezeigt, dass der SVS aktuell mit schnellen, wendigen Spielern mehr Erfolg hätte und so habe er gegen Fürth wieder auf Blum und Kluft vertraut. Das habe zwar diesmal nicht gefruchtet, dennoch   habe Löning noch nicht zu seiner alten Form gefunden und sei deshalb erst so spät eingewechselt worden. 
Bezüglich neuer Winterverpflichtungen im Offensivbereich sagte Schwartz nur: „Wir werden uns die Woche zusammensetzen, die Hinrunde analysieren und schauen, wie und ob wir was machen.“ Falls dies der Fall sein sollte, dürfte es für Löning ganz schwer werden, noch regelmäßig zu Einsätzen in Schwarz-Weiß zu kommen.


SV Sandhausen: Riemann - Schauerte, Olajengbesi, Schulz, Achenbach - Linsmayer (78. Löning), Tüting - Zimmermann, Ulm (62. Klotz), Thiede (31. Kluft) - Blum
Greuther Fürth: Hesl - Brosinski, Kleine, Mavraj, Gießelmann - Fürstner, Sparv - Stieber (89. Korcsmar), Trinks, Zillner (72. Baba) - Füllkrug (90. Drexler)

Schiedsrichter: Dr. Jochen Drees, Zuschauer: 4000
Tore: 1:0 Tüting (16.), 1:1 Füllkrug (32.), 1:2 Stieber (56.), 1:3 Trinks (76.)

Sonntag, 3. November 2013

In Sandhausen kann man mal verlier'n [SVS - FSV 2:0]

„In Sandhausen kann man mal verlier‘n,“ sangen die Sandhäuser Fans schadenfroh in Richtung Gästeanhang, wenige Minuten vor dem Ende der Zweitligapartie ihres Vereins gegen den FSV Frankfurt. Der, wie Gästetrainer Benno Möhlmann zugab, „absolut verdiente“ 2:0-Sieg war der dritte Heimsieg der Saison. Der Hardtwald ist in dieser Runde eine noch uneingenommene Festung. Drei Siege und vier Unentschieden stehen jetzt zu Buche, nur Kaiserslautern holte zu Hause mehr Punkte.
Warum diese gute Heimbilanz so relevant ist, erklärte der „Sechser“ Denis Linsmayer nach dem Spiel: „Die zweite Liga ist extrem ausgeglichen. Wenn ich wetten würde, würde ich diese Liga auslassen. Gerade deswegen ist es so wichtig, dass wir zu Hause die Punkte holen.“ Auch sein Teamkollege Danny Blum, der erstmals von Beginn an spielte, pflichtete ihm bei: „Die Liga ist dieses Jahr brutal eng. Es geht schnell nach oben und schnell nach unten.“
Stimmt. Der SV Sandhausen ist durch den Heimdreier in der Tabelle gleich vier Plätze nach oben gesprungen und rangiert jetzt auf Platz neun, hat jedoch nur drei Punkte Abstand auf den Abstiegsrelegationsplatz. „Dieses Jahr kann wirklich jeder jeden schlagen,“ sagte auch Simon Tüting.

Quelle: Kicker.de
Tüting, der wie Blum von Trainer Schwartz das Vertrauen geschenkt bekam, von Beginn an zu spielen, war für den an der Schulter verletzten Kulovits eingesprungen. Gerade die beiden Reservisten Blum und Tüting sorgten für das Ende der seit drei Spielen andauernden Torflaute. Schon nach zwölf Minuten gingen die Sandhäuser durch den Linksaußen Blum in Führung, der mit einem schönen Dribbling die Defensive der Frankfurter ausspielte und trocken mit links abschloss. „Das war wirklich eine super Einzelaktion von Danny,“ war Teamkollege Linsmayer voll des Lobes für Blum und auch sein Trainer Schwartz sagte: „Er hat heute das Vertrauen zurückgezahlt.“ Der 22-Jährige war in der letzten Saison noch auf Leihbasis beim KSC in der dritten Liga am Ball und gilt seit Jahren als großes Talent, dem jedoch, wie auch Schwartz bestätigte, „die Konstanz fehlt.“ Mit ihm sei es ein bisschen wie mit einem Überraschungsei. 
Nach dem Führungstor hätten die Sandhäuser wenig später schon alles klar machen können, der starke Adler suchte Ulm, der jedoch allein vor FSV-Torwart Klandt wegrutschte. Nach dieser Chance der Hausherren verflachte die Partie, viel spielte sich im Mittelfeld ab. Beide Teams gingen resolut in die Zweikämpfe, sodass es zu vielen Unterbrechungen, aber außer einem Freistoß des Frankfurters Yelen zu keinerlei Tormöglichkeiten kam.

Quelle: Welt.de
In der zweiten Hälfte waren die Chancen dann aber da. Der Ex-Sandhäuser Kandziora brachte Riemann mit einem Distanzschuss in Bedrängnis (51.) und Jovanovic scheiterte auf der Gegenseite aus kurzer Distanz am Keeper der Gäste (55.).
Tüting machte es augenblicklich besser. Sein Distanzschuss landete unhaltbar im linken Eck des FSV-Tores, Danny Blum hatte Tüting den Ball aufgelegt. „Ich habe heute vor der Partie an den ersten Spieltag der letzten Saison gedacht, als ich gegen den FSV getroffen habe. Und es hat wieder geklappt,“ freute sich Tüting. Der Routinier fehlte verletzungsbedingt fast die komplette Rückrunde der Vorsaison. Jetzt möchte er wieder angreifen: „Mein Anspruch ist es, zu spielen und deswegen gebe ich immer alles,“ äußerte er sich kämpferisch.
Nach dieser komfortablen Führung zogen sich die Sandhäuser weiter in ihre Hälfte zurück und lauerten auf Konter. Die Frankfurter gaben sich nicht auf und mobilisierten neue Kräfte. „In der letzten halben Stunde haben wir noch einmal alles versucht, der Wille war da, aber am Ende hat einfach die Qualität gefehlt,“ resümierte FSV-Trainer Möhlmann die restliche Partie. Linsmayer hatte noch zu kritisieren: „Nach dem 2:0 haben wir zu sehr verwaltet.“ Und Schwartz beklagte, dass die Konterchancen, die sich in der Schlussphase ergeben haben, nicht richtig zu Ende gespielt worden wären. Ansonsten war Schwartz aber sehr zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Sie habe Teamgeist, Disziplin und Siegeswille gezeigt und habe sich den Sieg verdient.

Am nächsten Sonntag muss der SV Sandhausen dann in Düsseldorf gegen die Fortuna antreten und möglichst punkten: „Wir brauchen uns da nicht zu verstecken, außerdem ist Düsseldorf angeknackst,“ betonte Linsmayer mutig. Die Fortuna verlor am Freitag in Aalen (0:1) und rangiert jetzt hinter Sandhausen auf Platz elf. Der Stuhl von Trainer Mike Büskens wackelt, nach dem Freitagsspiel war sogar von einer Beurlaubung des 45-Jährigen die Rede. Die Chance für die Sandhäuser auch mal auswärts wieder zu punkten ist also da. Und dann könnten die Fans auch einmal in fremden Gefilden ihr Lied singen.



SV Sandhausen: Riemann - Schauerte, Olajengbesi, Hübner, Achenbach - Linsmayer, Tüting - Adler (72. Stiefler), Ulm (79. Thiede), Blum - Jovanovic (85. Löning)

FSV Frankfurt: Klandt - Huber, Schlicke, Oumari, Teixeira - Görlitz (45. Kapllani), Kauko, Yelen (76. Epstein) - Roshi (17. Kandziora), Rukavytsya, Lecki

Tore: 1:0 Blum (12.), 2:0 Tüting (56.)
Gelb-Rot oder Sperren: Hübner (61., 5. Gelbe Karte) - Teixeira (88., Gelb-Rot)
Schiedsrichter: Rene Rohde  Zuschauer: 3550