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Montag, 20. Februar 2012

26. Spieltag: SV Wehen Wiesbaden - SV Sandhausen 18.02.12 | 0:4

In einem sehr einseitigen und unausgeglichenen Spiel gewinnt der SV Sandhausen in Wiesbaden mit 0:4. Die Sandhäuser gingen früh in Führung und kontrollierten über 90 Minuten die Partie gegen eine Wiesbadener Mannschaft, die vor allem in der Defensive katastrophale Schwächen offenbarte. Für die Gäste aus Sandhausen war es also ein perfekter Tag: Man schenkte dem Team von Peter Vollmann bei dessen Debut eine Packung ein, eroberte sich dank des nun besseren Torverhältnisses die Tabellenführung von Aalen zurück und beim Top-Torjäger und Kapitän Frank Löning ist der Knoten durch sein Dreierpack geplatzt. Dazu kommt, dass der Dritte aus Regensburg in Bielefeld Punkte liegen ließ.

In Wiesbaden ging es unter der Woche turbulent zu. Erst verlor man das Nachholspiel zu Hause mit 2:0 gegen Osnabrück, dann wurde Trainer Gino Lettieri nach zwei Jahren in der Landeshauptstadt Hessens entlassen. Nachfolger ist der aufstiegserfahrene Peter Vollmann, der 2002 mit Eintracht Braunschweig und 2011 mit Hansa Rostock in die 2. Bundesliga aufgestiegen ist. Diesmal gilt es jedoch bis zum Ende der Saison den Abstieg zu verhindern. Denn die Wiesbadener mussten ihre Ziele wegen der letzten Wochen und den damit verbundenen schlechten Leistungen der Mannschaft deutlich nach unten korrigieren. Vor der Saison sagten 16 von 20 Trainer der 3. Liga, dass Wiesbaden der Top-Favorit auf den Aufstieg sei und dies war vor der Saison auch noch das Ziel des Vereins, immerhin hatte man sich mit erfahrenen Erst- und Zweitligaspielern verstärkt. Auch zwei alte Bekannte spielen beim SVWW: Der langjährige Verteidiger und Publikumsliebling der Sandhäuser Alf Mintzel und Torhüter Michael Gurski. Gerade beim Debut des neuen Trainers standen die Zeichen jedoch schlecht, immerhin ging es gegen den Tabellenzweiten und Trainer Vollmann musste auf acht Spieler verzichten.

300 Sandhäuser Fans waren nach Wiesbaden gereist um ihre Mannschaft lautstark zu unterstützen. Diese hatten die Anfeuerung auch bitter nötig, immerhin verlor man in der vorigen Woche das Nachholspiel gegen den VFR Aalen, der dem SVS nicht nur drei Punkte, sondern auch noch die Tabellenführung abknüpfte. So war es an diesem Tag wichtig wieder in die Spur zu finden. Gerd Dais gab schon vor dem Spiel bekannt, dass er den Spielern vertrauen wird, die er auch schon gegen Aalen von Anfang an gebracht hat. Vor dem Spiel wurde dann bekannt, dass es doch eine Änderung gab: Für Kandziora sprang Marcel Busch als Außenverteidiger ein.Bieler. 


Der SV Sandhausen war von Beginn an die engagiertere Mannschaft. Gegen, vor allem in der Defensive, schlecht stehende und lustlose Wiesbadener kam man deswegen früh zu Chancen. So auch nach sieben Minuten, als Marco Pischorn einen Ball nach vorne schlägt, dieser vom Wiesbadener Bieler mit dem Kopf amateurhaft geklärt wird, so dass SVS-Kapitän Frank Löning den Ball per Volley für Gurski unhaltbar ins rechte Eck donnert - ein Tor mit *Tor des Monats*-Charakter. Endlich gelang dem immer sehr gut spielenden Frank Löning mal wieder ein Treffer, immerhin hatte er seit neun (!) Spielen nicht mehr getroffen.
Die Wiesbadener versuchten in der Folge ins Spiel zu finden und übernahmen etwas die Initiative. Es dauerte jedoch fast eine halbe Stunde, bis sich das Bemühen der Hessen wirklich in ansehnliche Torchancen verwandelte. Beim Schuss des Wiesbadeners Janjic bewies Torhüter Daniel Ischdonat seine ganze Klasse, denn diesen Ball hätte nicht jeder Torwart der 3. Liga in dieser Weltklasse-Manier aus dem Winkel gefischt. Zwar hatten die Wiesbadener noch zwei weitere Chancen, diese aber so wie die vor der Großchance durch Janjic eigentlich nicht erwähnenswert. Trotz der kleinen Wehener Drangphase, wenn man es so nennen mag,  spielte der SVS den besseren und reiferen Fußball. Vor allem beim eigenen Aufbau- und Offensivspiel hatte man alle Zeit der Welt und wurde nicht angegangen. So fiel dann auch zehn Minuten vor der Pause das zweite Tor für die Gäste. Danny Blum schlägt einen Ball in den Strafraum, David Ulm hat alle Zeit der Welt zu warten bis Marcel Busch angelaufen kommt, legt diesem dann den Ball vor und hört ihn dann zwei Sekunden später wieder an sich vorbei in Richtung Tor rauschen - das 0:2 durch Marcel Busch. Das war ein unglückliches Gegentor für den Ex-Sandhäuser Michael Gurski, denn der Schuss von Marcel Busch wurden noch vom eigenen Abwehrspieler abgefälscht, so dass Gurski - wie schon beim ersten Gegentor, keine Abwehrchance hatte. 
Die Wiesbadener wirkten nach diesem zweiten Gegentor nun etwas verunsichert, doch es kam noch schlimmer für sie. Kurz bevor Schiedsrichter Benjamin Cortus die Pfeife zum Halbzeitpfiff in den Mund nahm, rappelte es noch einmal im Kasten von Michael Gurski: Nach einem Eckball konnte keiner der Wiesbadener entscheidend klären, so dass der Ball, wie schon bei seinem ersten Tor, Frank Löning an der Strafraumgrenze vor die Füße rollte, und von diesem im linken Eck versenkt wird. Danach ging es in die Kabine, die Sandhäuser Fans skandierten etwas frühzeitig, aber wohl nicht abwegig: "Auswärtssieg, Auswärtssieg...", während die Wiesbadener Spieler mit hängenden Köpfen in die Kabine gingen, denn wie soll man denn einen 0:3-Pausenrückstand aufholen ? 

Nach der Pause das gleiche Bild: Sandhausen gewinnt die Zweikämpfe, Sandhausen mit Lufthoheit, Sandhausen mit schnellem Umschalten, Sandhausen mit schönem Offensivspiel - Sandhausen dominiert das Spiel. So bekam man gleich die erste Möglichkeit. Nach einem Eckball erzielte Marco Pischorn beinahe das 4. Tor, doch ein Wehener klärt für seinen geschlagenen Keeper auf der Linie. Doch das 4. Tor ließ tatsächlich nicht lange auf sich warten: So läuft Nico Klotz mit dem Ball von der Mittellinie bis in den Strafraum ohne in irgendeiner Weise bedrängt zu werden und legt dann auf den in der Mitte lauernden Löning ab, der den Dreierpack perfekt macht. Gerade bei diesem Tor verteidigte die Wiesbadener Hintermannschaft wie die eines Amateurclubs, wie sonst könnten zwei Spieler eine komplette Abwehr überwinden.
Weiter ging es über Nico Klotz, der noch einmal durchs komplette Mittelfeld marschierte und erst am guten Michael Gurski scheitert. Michael Gurski war der einzige Wiesbadener, der ansatzweise seine Form auf den Platz brachte an diesem Tag, was die Wiesbadener Fans, die im übrigen in der Pause ihren Banner abgehängt und den Support eingestellt hatten, mit ihrem "Außer Gurski könnt ihr alle gehn' "-Gesang ebenfalls zum Ausdruck brachten.
Sandhausen fuhr danach einen Gang runter, blieb jedoch stets offensiv gefährlich. So zeigte Danny Blum bei einem Freistoß aus 33 Metern seine überragende Schusstechnik, denn dieser Schuss hätte direkt im Winkel eingeschlagen, wäre Gurski nicht noch drangekommen. Bis zum Ende des Spiel verteidigten die Sandhäuser abgeklärt, sparten Kräfte und spielten das Spiel wie eine Spitzenmannschaft herunter. Es bleibt am Ende beim 0:4 für die Gäste aus Sandhausen, die sich dadurch die Tabellenführung vom VFR Aalen zurückholen, der zu Hause gegen Burghausen mit 2:0 gewann. Es war also ein Alptraum eines Debuts für Neu-Trainer Vollmann, doch auch dieser gab nach dem Spiel zu, dass der Sieg der Sandhäuser "in Ordnung gehe..". Gerd Dais bemängelte sogar, dass man "nicht noch ein paar Tore mehr..." erzielt hätte, trotzdem "kann man mit dem 0:4 sehr zufrieden sein..". Nach dem Spiel wurde dann noch mit den Fans gefeiert. Ein rundum perfekter Tag für den SV Sandhausen.



Kommentar:

Besser als in diesem Spiel geht es eigentlich nicht. Wir haben uns, die Spieler wie die Fans, in Wiesbaden eindeutig als zweitligareif verkauft, die Tabellenführung wieder übernommen und den Vorsprung auf Rang drei und vier vergrößert. Wiesbaden hatte nicht den Hauch einer Chance und wenn sie mal wirklich zum Zug kamen, war Daniel Ischdonat da.
 Jetzt kommt am Samstag Oberhausen zu uns an den Hardtwald. Gerade gegen diesen vermeintlich schwachen, weil gegen den Abstieg spielenden, Gegner sollte man aufpassen, immerhin setzte es im Hinspiel in Oberhausen eine 4:1-Niederlage, doch so wie die Mannschaft gerade spielt bleiben die drei Punkte hoffentlich am Hardtwald. 
Nur mal am Rande: Der SVS ist dann seit mittlerweile über einem Jahr, nämlich seit genau 378 Tagen zu Hause ungeschlagen.



SV Wehen Wiesbaden: Gurski, Schimmel, Lanzaat, Döringer, Bieler, Book, Ivanna (46. Smeekes), Kolb, Christ (81. Menga), Janjic, Wohlfarth (76. Bouhaddouz).
SV Sandhausen: Ischdonat, Busch, Pischorn, Schulz, Schauerte, Fießer, Klotz, Danneberg (76. Glibo), Ulm (76. Blacha), Löning (81. Grimaldi), Blum.
Tore: 0:1 Löning (7.), 0:2 Busch (35.), 0:3 Löning (43.), 0:4 Löning (52.). 
Schiedsrichter: Cortus (Röthenbach) 
Zuschauer: 2.553

Dienstag, 30. August 2011

7. Spieltag: SV Sandhausen - SV Wehen Wiesbaden 27.08.11 | 0:0

 Trotz des torlosen Unentschieden klatschten die Zuschauer am Hardtwald Beifall. Der SVS war vor allem in der 2. Spielhälfte die bessere Mannschaft gegen die favorisierten Hessen aus Wiesbaden. Leider konnte man die Chancen, die man nach der Halbzeit hatte, nicht zu einem Tor nutzen. Am Ende war es ein gerechtes Remis, mit dem die Sandhäuser zufrieden sein konnten.

Zu den Hessen:


An diesem Samstag war der SV Wehen Wiesbaden zu Gast. Vor der Saison hatte sich der SVWW sehr verstärkt: Man holte unter anderem Orlando Smeekes von Jena und verpflichtete sogar Zweitligaspieler wie Torsten Burkhardt, Nico Herzig ( beide von Aachen), Marco Christ (Düsseldorf) und Aziz Bouhaddouz (FSV Frankfurt). Sogar Pascal Bieler vom Erstligisten Nürnberg konnte verpflichtet werden. Deswegen sagten auch 18 der 20 Drittliga-Trainer, dass Wiesbaden der Aufstiegsanwärter Nummer 1 für die Saison  2011/2012 sei. Dies war bzw. ist auch das vorgegeben Saisonziel - Aufstieg. Bis jetzt lief es jedoch alles andere nach Plan für die Hessen. 3 Siege, 1 Unentschieden und 2 Niederlagen standen für den SV Wehen zu Buche - alles andere als ein perfekter Saisonstart für diesen ambitionierten Verein. Nun hieß es im Vorfeld der Partie, endlich auf die Erfolgsspur zu gelangen und mit einem Sieg gegen den SV Sandhausen an diesem in der Tabelle vorbei zu ziehen.

Zum Spiel:


Trainer Gerd Dais vertraute der gleichen Elf, die gegen Chemnitz den Auswärtserfolg eingebracht hatte.

Der favorisierte SVWW übernahm von Beginn an die Initiative, man wollte sich heute beweisen. Nach einer Viertelstunde dann fast die Führung für die Hessen. Erst scheiterte Smeekes am wieder starken Ischdonat, dann rettete im Nachschuss durch Wohlfahrt die Latte. Wiesbaden weiter im Vorwärtsgang mit zum Teil ansehnlichem Kombinationsspiel. Einige Minuten nach der Doppelchance war es Sandhäuser Abwehrspieler Sievers der den Ball zwar klärte, dies jedoch ziemlich gefährlich machte, so dass es fast zu einem Eigentor geführt hätte. Auch wenig später war Sievers wieder der Mittelpunkt des Geschehens: Nach einem starken Antritt von Ex-Sandhäuser und Publikumsliebling Alf Mintzel, geht dieser nach dem Einsatz von Sievers zu Boden. Schiedsrichter Martin Thomsen entscheidet jedoch nicht auf Strafstoß. Zwar keine Fehlentscheidung, da Sievers den Ball auch kurz berührt hat, ein peniblerer Schiedsrichter hätte jedoch auf Strafstoß entschieden. Nach einer halben Stunde dann auch mal ein Lebenszeichen der Sandhäuser. Innenverteidiger Pischorn versucht es, wie schon gegen Darmstadt, mit einem Freistoß aus 60 Metern, der für Ex-Sandhäuser Gurski jedoch kein Problem darstellt. Vor der Pause gab es dann noch zwei, drei Chancen für den SVS, die Mut für die 2. Hälfte machen sollten.

Nach der Pause dann erstmal wieder Wiesbaden mit einigen, jedoch ungefährlichen, Chancen. In der 60. Minute wurde dann Rohracker ausgewechselt. Ihm war an diesem Tag leider nicht sehr viel gelungen. Für ihn kam in die Partie Roberto Pinto, der lang mit einer Verletzung zu kämpfen hatte. Durch ihn kam durchaus auch mehr Schwung ins Sandhäuser Spiel. So hatten Löning und nur eine Minute später Blacha, übrigens an diesem Tag bester Sandhäuser, große Chancen zum Führungstor. Auch danach der SVS weiter mit Druck nach vorne, immer wieder versuchte es Löning, jedoch ohne Erfolg. Zehn Minuten vor Schluss wurde dann Sievers im Strafraum in die Zange genommen und fiel - der Referee gab auch hier nicht den Strafstoß. Es blieb so beim insgesamt gerechten 0:0-Unentschieden.

Kommentar:


Ich denke mit diesem Remis kann man als SVS-Fan durchaus zufrieden sein. Zwar verschlief man die erste halbe Stunde, hielt dann jedoch mit und dominierte sogar die 2. Hälfte. Das gegen den Aufstiegsfavoriten No.1 zu schaffen ist auf jedenfall eine gute Leistung. Jetzt sind erstmal zwei Wochen Pause bis zum nächsten Ligaspiel in Oberhausen. Am Freitag kommt jedoch der Bundesligist Köln an den Hardtwald. Vielleicht gelingt, wie gegen Kaiserslautern, ein gutes Spiel.




SV Sandhausen: Ischdonat - Sievers, Schulz, Pischorn, Halfar - Glibo - Rohracker (62. Pinto), Danneberg, Blacha (75. Ulm), Kandziora (46. Öztürk) - Löning
SV Wehen-Wiesbaden: Gurski - Schimmel, Hübner, Herzig, Bieler - Mann - Smeekes (62. Salem), Book (76. Sailer), Janjic, Mintzel - Wohlfarth (67. Burkhardt)
Gelbe Karten: Rohracker, Sievers, Ulm - Mann, Book, Hübner, Bieler
Zuschauer: 1600
Schiedsrichter: Thomsen (Kleve)