Mittwoch, 9. Februar 2011

Carl Zeiss Jena : SV Sandhausen 3:0 | 05.02.11

Jena. Das war wohl nichts. Mit hängenden Köpfen verschwinden die Spieler nach und nach im Kabinentrakt.
Der SV Sandhausen hat nach den drei so vielversprechenden Rückrundenspielen wieder einen Rückfall in alte Zeiten erlebt. In den ersten 30 Minuten spielte man auf ordentlichem Niveau, dann wie schon aus der Vorrunde gewohnt, unterirdisch, wie ein Abstiegskandidat. Und das obwohl dieses Spiel im Vorfeld als "6-Punkte-Spiel" bezeichnet wurde, da Jena ein direkter Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt ist. Doch eine ungewöhnliche Verkrampfung war im Spielverhalten der Mannschaft zu sehen. Ich war diesmal selbst nicht in Jena, konnte mir mein Bild vom Spiel allerdings durch Fernsehaufzeichnungen machen.

Am Anfang spielte man noch ordentlich mit, verteidigte gut. Es gab in der ersten Halbzeit einige wenige Chancen auf beiden Seiten, die jedoch nicht genutzt wurden. Beide Gegner jedoch zumindest in der ersten halben Stunde auf Augenhöhe. Dem Gegentor kurz vor der Pause gingen sage und schreibe drei (!) Eckbälle vorraus. Beim dritten Eckball der Jenaer setzte sich Riemer im Getümmel durch und markierte mit einem kurzen Abschluss die Führung des Gastgebers vor dem Gang in die Kabine.

In der zweiten Halbzeit ging es gerade so weiter wie man vor der Halbzeitpause aufgehört hatte. Man sah eigentlich nur Jena im Ballbesitz, auch wenn diese ebenfalls offensiv nichts zustande bekommen haben. In der 60. Minute wurde dann der schon im Vorfeld angepriesene Aykut Ötztürk eingewechselt, der einen Ball in den Lauf gelegt bekam und mit seiner allerersten Ballberührung für Carl Zeiss Jena das 2:0 markierte. 
Jetzt merkte man dem SVS an, dass er sich wenigstens noch mit einem Anschlusstreffer zeigen wollte. Doch an diesem Tag ging einfach nichts. Der an diesem Tage beste Mann auf Seiten der Sandhäuser Rohracker traf 15 Minuten vor Schluss die Querlatte. Drei Minuten vor Ende setzte Leihgabe Forbes den Schlusspunkt zum 3:0. Der SV Sandhausen hatte gegen eine Mannschaft mit 3:0 verloren, die eine direkter Konkurrent um den Klassenerhalt war und außerdem in 23 Spielen bisher erst 20 Tore geschossen hatte. In diesem Spiel gleich drei!




Doch was ist mit dem Kampfgeist und der guten Moral aus den ersten drei Spielen der Rückrunde passiert? Gegen Braunschweig verlor man mit 2:0, kämpfte allerdings bis zum Schluss und verließ erhobenen Hauptes das Spielfeld. Warum war man dann an diesem Tag ein "Schatten seiner selbst" ? Man kann nur rätseln und hoffen, dass schon gegen Heidenheim Wiedergutmachungskurs betrieben wird....





FC Carl Zeiss Jena:

Nulle – Nikol, M. Riemer, Ra. Schmidt, A. Voigt – Bopp, Smeekes (82. Landeka), Truckenbrod, Brown Forbes (87. Eckardt) – Hähnge, Ullmann (59. A. Öztürk)

 

SV Sandhausen:

Kornetzky – Glibo, Pischorn, Schick, Sievers – D. Blum (46. Rohracker), Danneberg (66. Ristic), Pinto, Schauerte – Dorn (66. Ulm), Löning

 

 Tore:

  • 1:0 M. Riemer (43.)
  • 2:0 A. Öztürk (60.)
  • 3:0 Brown Forbes (87.) 
Karten:
  • gelbe Karte A. Voigt (4. Karte in Saison)
  • gelbe Karte A. Öztürk (1. Karte in Saison)
  • gelbe Karte Schick (4. Karte in Saison)
  • gelbe Karte Pinto (4. Karte in Saison)

Zuschauer:

  • 4.644

Schiedsrichter:

  • Eduard Beitinger (Regensburg)

Sonntag, 30. Januar 2011

SV Sandhausen : Eintracht Braunschweig 0:2 | 28.01.11

Sandhausen. Im Stadion am Hardtwald herrschte ein gellendes Pfeifkonzert als das Schiedsrichtergespann den Platz verließ. Es wurde noch lang nach dem Spiel über den Schiedsrichter und den neuen Torwart des SVS geschimpft. Denn diese zwei Faktoren waren es, die dazu führten, dass man trotz einer teilweise überlegenen bzw. min. gleichwertigen Vorstellung gegen den Tabellenführer der 3. Liga, Eintracht Braunschweig, mit 0:2 verlor. "Wir hatten die besseren Torchancen und hatten den Gegner fest im Griff. Unser Problem ist im Moment, dass wir vorne keine Tore schießen," so Dotchev.  Auf die Frage ob der Schiedsrichter ebenfalls Anteil an der Niederlage habe meinte er nur: "Die Leistung des Schiedsrichters möchte ich nicht kommentieren."


Doch nun zum Spielgeschehen: Der SV Sandhausen nur auf einer Position zum Burghausen-Spiel verändert. Für den gelbgesperrten Danneberg, der im Sommer aus Braunschweig kam, rückte Ulm in die Anfangsformation.
Sandhausen begann, wie schon gegen Burghausen, sehr engagiert. Man hatte den Tabellenführer fest im Griff, spielte sogar besser. Hinten stand man sicher, vorne setzte man Akzente. Doch wie schon gegen Burghausen brachte man den Ball einfach nicht im Tor unter. So ging man torlos in die Pause.

Nach der Pause ging es wie gewohnt weiter. Der SV erarbeitete sich Chancen und nutzte diese nicht. So z.b. in der 52. Minute als Schick mit einem Freistoß nur die Latte traf. Auch Dorn brachte den Ball im Nachschuss nicht über die Linie. Dann passierte es, wie schon gegen Burghausen. Der Schiedsrichter pfeift einen zweifelhaftes Foul im Mittelfeld und es gibt Freistoß für Braunschweig. Der Ball wird in den Strafraum reingeschlagen und Fetsch drückt ihn aus kurzer Distanz über die Linie, nachdem Kornetzky nicht gut aussah. Sandhausen öffnete sich jetzt und rannte verzweifelt gegen die Braunschweiger Defensive an. In der 75. Minute regte sich Dotchev dann so über den Schiedsrichter auf, dass er von diesem auf die Tribüne geschickt wurde. Fünf Minuten später sah dann Benschneider nach einer weiteren umstrittenen Entscheidung die Gelb-Rote Karte. Weitere fünf Minuten später brachte Braunschweig den Sieg dann unter Dach und Fach: Kornetzky legte einem Braunschweiger den Ball vor und leistete sich sofort den nächsten Fehler, als er den sehr leicht haltbaren Schuss von Vrancic an sich vorbei ins Tor fliegen ließ. Von den "aktiven Fans" schallten daraufhin Chöre Richtung Haupttribüne. "Freddy Löhe!!!" rief man und forderte damit den alten Torwart wieder, den Dotchev auf die Bank verbannt hat. Trotz der Niederlage sangen sie "Du bist unser Leben, du bist unser Stolz......" noch weit nach Spielende.


Die Fans würdigten die Moral, die die Mannschaft an den Tag gelegt hatte, und nun schon seid mittlerweile drei Spielen an den Tag legt. Die kleine "Serie" mit fünf Spielen ohne Niederlage ist gerissen, allerdings ist es viel wichtiger, dass die Mannschaft wieder guten Fußball mit Einsatz spielt und genau das tut sie. Selbst nach dem Rückstand kämpfte man immer weiter und genau so etwas will man von seiner Mannschaft als Fan sehen. Der Meinung war auch Dotchev: "Meine Mannschaft hat heute Moral gezeigt, und die Spiele davor auch. Und auf so was kann ich aufbauen".





 Eine kleine Anmerkung zum Schluss: Die an diesem Tag so gut supportenden "aktiven" Fans hielten sich nach dem Spiel vor dem V.I.P.-Eingang auf, weil sie mit dem Trainer über den Torwartwechsel sprechen wollten. Die Polizei erkannte jedoch nur böse Absichten und behandelte die völlig friedlichen Fans unbegründet grob und aggressiv. Man sollte vielleicht nochmal überdenken, ob man den richtigen Beruf gewählt hat, wenn man seine Aggressionen als Polizist an friedlichen Fußballfans auslassen muss.




SV Sandhausen: Kornetzky - Sievers (87. Schulz), Pischorn, Benschneider, Schick - Pinto, Schauerte, Ulm (77. Ristic), Blum (70. Öztürk) - Dorn, Löning

Eintracht Braunschweig: Petkovic - Fuchs, Henn, Reichel, Kessel - Theuerkauf (62. Vrancic) - Bellarabi, Fetsch, Boland - Calamita (46. Bohl), Kumbela (88. Amrhein)

Karten: Gelb-Rot: Benschneider (80.)

Gelb: Schick, Pischorn, Pinto, Kumbela, Bellarabi

Tore: 0:1 Fetsch (63.) 0:2 Vrancic (85.)

Zuschauer: 2070

Schiedsrichter: Steinberg (Korntal)